Ansturm aus der Schweiz – Statistisches

Statistik Nach den Zugriffen aus Deutschland kommt die größte Lesergruppe dieses Weblogs aus der Schweiz – normalerweise so etwa zehn bis zwölf Prozent. Auf Bronzeposition liegt Österreich vor den USA. Seit einer Woche hat sich nun der Anteil der Schweizer Leserschaft signifikant erhöht – nämlich auf ein Drittel.

Und gestern haben die Leser aus der Schweiz – statistisch gesehen – die Leserschaft aus Deutschland abgehängt auf den zweiten Platz verwiesen. Auffällig dabei ist, daß die Schweizer weniger über Suchwörter oder Referrer (andere Blogs, die einen Link auf dieses Weblog setzen) hierher kommen, sondern offensichtlich irgendwelchen Hinweisen aus der realen Welt folgen und die Blogadresse in die Browserzeile eintippen. Liebe Mitlesende aus der Schweiz, vielleicht mag der eine oder die andere von Ihnen in den Kommentaren verraten, wie Sie auf dieses Weblog aufmerksam geworden sind und meine Neugier etwas befriedigen?

Sachor (Gedenke) – der Zukunft ein Gedächtnis

GCJZ 2013 … lautet in diesem Jahr das Motto der Woche der Brüderlichkeit von 3. bis 10. März 2013. Die GCJZ (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit) Berlin hat wieder ein umfangreiches Programmheft herausgebracht, das Termine vom 15. Februar bis zum Jahresende in Berlin und Potsdam enthält. 250 Veranstalter haben dazu beigetragen. Man kann es hier herunterladen.

Kurioses zum Rosenmontag: Bibliolog im Gürzenich

DSC01114Heute werden wieder die Rosenmontagszüge im Fernsehen ausgestrahlt. In meiner Kindheit war am Rosenmontag und am Faschingsdienstag schulfrei, weil meine Schule dafür die beiden Verfügungstage nutzte. Das verlängerte Faschingswochenende verbrachte ich bei meinen Großeltern. Am Montag gehörten die Faschingszüge zum Pflichtprogramm, weil mein Großvater sie so gern anschaute. Mich interessierten nur die Mottowagen, die aktuelle politischen Ereignisse aufs Korn nahmen. Später habe ich von den Rosenmontagszügen nur mitbekommen, was davon in der Tagesschau gebracht wurde.

Seit letztem Jahr schalte ich nun wieder den Rosenmontagszug aus Köln ein, der im WDR übertragen wird und zwar, weil der am Chlodwigplatz beginnt und erst einmal durch das Severinsviertel führt. Mir gefällt das bunte Treiben. Die Erzählungen, Interviews und Erläuterungen der Moderatoren finde ich sehr gelungen. Ich kann zwar die emotionale Bedeutung von Karnevalgesellschaften und ihren Sitzungen nicht nachvollziehen, aber für mich hat es einen gewissen Lokalkolorit seit ich Bibliolog-Kurse in der Melanchthon-akademie gebe, die in der Kölner Südstadt liegt. Diese Straßen, die ich im Alltagsgewand kenne, nun im bunten Faschingstreiben zu sehen – das hat was.

Eben erzählte einer der Moderatoren, daß die Karnevalsgesellschaft, die im Bild erscheint, ihre Sitzungen im Gürzenich abhält. Gürzenich war mir überhaupt kein Begriff bis zum Jahr 2007. Ich war Mitwirkende beim evangelischen Kirchentag im Zentrum Juden und Christen, das in der Kölner Altstadt seinen Ort hatte, weil dort noch Spuren jüdischen Lebens zu finden sind. „Gürzenich“ stand auf dem Programmzettel, der mir als Ort für den jüdisch-christlichen Bibliolog, den ich mit einem evangelischen Trainerkollegen halten sollte, zuging.

In der Wikipedia hieß es zu diesem Ort:
Der Gürzenich ist eine Festhalle im Zentrum der Kölner Altstadt. Namensgeber ist die Patrizierfamilie von Gürzenich, auf deren Grundstück das Profanbauwerk im 15. Jahrhundert errichtet wurde. Heute wird der Gebäudekomplex für Konzerte, Kongresse, Gesellschafts- und Kulturveranstaltungen genutzt.

Damals im Juni 2007 war Bibliolog in Deutschland noch kaum bekannt. Wir wollten diesen Zugang vorstellen und spezieller darauf eingehen, wie er für den jüdisch-christlichen Dialog fruchtbar gemacht werden kann. Und Ort des Geschehens war – genau: „der Gürzenich“. Wir waren für einen Kellerraum eingeteilt worden. Als ich den Saal betrat, traf mich fast der Schlag: Kellergewölbe, kein Fenster, gut und gern 200 Plätze und haufenweise Glasvitrinen, in denen alles Mögliche ausgestellt war, was mit Karneval zu tun hat. Karneval dominierte diesen Raum und es gab keine Möglichkeit daran etwas zu verändern. Auch mit dem Licht waren kaum Varianten möglich: Schummerlicht oder Festbeleuchtung. Gut, Stühle konnte man stellen, was wir dann auch taten, wobei wir überhaupt nicht wußten, mit wievielen Leuten wir rechnen sollten. Klar war aber, daß der Raum mit Sicherheit zu groß ausgelegt war. Ich kann mir nur schwer einen Raum vorstellen, der noch weniger geeignet ist für Bibliolog als dieser Kellerraum im Gürzenich.

Zu unserem Angebot kamen sechzehn Teilnehmende. So kleine Gruppen für bibliologisches Arbeiten bei einer Großveranstaltung wie Kirchentag gehören inzwischen der Vergangenheit an. An die inhaltlichen Details des Bibliologs erinnere ich mich nur noch schwach, aber die Atmosphäre ist mir sofort präsent, wenn ich das Stichwort „Gürzenich“ höre. Es war gar nicht so einfach, die Gruppe in biblische Zeiten ans Ende der Wüstenwanderung der Israeliten kurz vor dem Einzug ins Land der Verheißung zu führen. Als ich dann meine Hinführung so gestaltet hatte, klopfte es lautstark an die Tür. Zwei Nachzügler betraten den Raum und fragten: „Ist hier der Bibliolog“, was ich durch einen Zettel an der Tür bekannt gemacht hatte. Ich verdrehte innerlich die Augen und dachte: Wenn die Leute schon zu spät kommen, warum können die das nicht störungsfrei gestalten und sich einfach hinsetzen. Manchmal kommt einfach viel zusammen. Der Bibliolog war anregend und lief dann trotz der schwierigen Rahmenbedingungen gut.

Denjenigen, die dabei waren, hat es gefallen. Einige habe ich später in meinen Grundkursen wieder getroffen. Für mich war die prägende Erfahrung: Bibliolog geht – wenn es sein muß – sogar an sehr dafür ungeeigneten Orten.

Frage 17: Copyright Bibliolog

Copyright Zeichen… lautet eine Suchanfrage.

Wenn ich etwas erarbeitet habe und das öffentlich darbiete – egal ob in schriftlicher oder mündlicher Form – so ist das mein geistiges Eigentum. Das kann ein Vortrag sein, ein Unterrichtsentwurf, eine Stadtführung oder auch ein Bibliolog. Im Zeitalter von Internet und Copy & Paste (ich-mache-mir-zueigen-was-ich-mir-zu-eigen-machen-kann) ist das Bewußtsein dafür sehr gering entwickelt wenn nicht gar ganz verschwunden.

Manchmal passiert es – gern in kirchlichen Mitarbeiterkreisen aber nicht nur da – dass Leute bei Bibliologen mitschreiben wollen, um „die Fragen zu haben“. Sie denken, daß sie dann selber damit starten können, Bibliologe anzuleiten. Das wird aus zwei Gründen nicht klappen: Beim Bibliolog anleiten kommt es auf Haltungen und Grundfertigkeiten an, die nicht darüber erlernt und eingeübt werden, daß man ein paar Fragen mitschreibt, die ja wohl besonders gut sein müssen, weil der Bibliolog von einer Bibliolog-Trainerin angeleitet wird. An anderer Stelle habe ich schon geschrieben, daß Fragen zu einem Text auch von Gruppe zu Gruppe und von Situation zu Situation variieren. Aber der Hauptgrund, warum ich während eines Bibliologs niemals mitschreiben lasse, ist ein anderer: Wer mit Stift und Papier als Mitschreibender im Kreis sitzt, begibt sich in eine Beobachtersituation. Er / sie taucht nicht in den Text ein und bekommt so die wesentliche Dynamik eines Bibliologs nicht mit. Außerdem ist eine solche Beobachterposition auch für viele Teilnehmende störend. Die Folge kann sein, daß ein Bibliolog nicht richtig in Gang kommt.

Vielleicht zielt die Frage aber auch darauf ab, ob die Bezeichnung „Bibliolog“ geschützt ist im Sinne eines Markenbegriffes (Textmarke bzw. Wortmarke). Nein, Bibliolog ist nicht geschützt. Darüber gab es in den Anfängen der Bibliologbewegung unter Trainern und Trainerinnen eine kontroverse Diskussion. Die Mehrheit befand, daß doch in kirchlichen Kreisen die Menschen so sind, daß sie verantwortungsvoll damit umgehen und Bibliolog nicht anleiten bevor sie das solide gelernt und eingeübt haben werden. Dass diese Sichtweise zu optimistisch war, war damals – für die meisten – nicht vorauszusehen.

Da Bibliolog derzeit sehr populär ist, wird diese Bezeichnung immer wieder für anderes verwendet. Nicht überall wo „Bibliolog“ draufsteht, ist auch „Bibliolog“ drin. Das geht so weit, daß ich schon Teilnehmende in Grundkursen hatte, die Bibliolog anleiten lernen wollten und nach meinem Anfangsbibliolog feststellten, daß das, was ihnen als Bibliolog vermittelt worden war, was ganz anderes ist.

Wenn jemand durch Bibliolog inspiriert wird, noch mal eine eigene Form des Umgangs mit biblischen Texten zu entwickeln, dann finde ich das eine tolle Sache. Um der Klarheit willen sollte dafür eine andere Bezeichnung verwendet werden wie etwa „Bibel interaktiv“, inspieriert von Bibliodrama und Bibliolog und sehr geeignet besonders für die Arbeit mit Jugendlichen und Konfirmanden – zu finden auf der Seite des RPZ (religionspädagogischen Zentrum) Heilsbronn.

Bibliolog-Gottesdienst in Spandau 2013

In Spandau bietet Pfarrer Christian Moest einmal im Quartal einen Gottesdienst mit Bibliolog an.

Die nächste Gelegenheit an einem solchen Gottesdienst teilzunehmen ist am
10. Februar um 9.30 Uhr: Die Heilung des Blinden bei Jericho (Lukas 18,(31-34) 35-43).

Ort:
Zuversichtskirche (Spandau Ortsteil Staaken)
Brunsbütteler Damm 312
13591 Berlin

Die weiteren Termine für 2013 werden hier eingestellt.

Wortwolke und Suchbegriffe im Januar 2013

Wortwolke Januar 2013

Wortwolke Januar 2013

… und was sonst noch gefragt wurde …

verbindliche Auslegung der Torah
jede Generation ist verpflichtet die Torah neu auszulegen; Auslegungeregeln gibt es: z.B. nach Rabbi Jischmael g.oogeln

Martin Buber erzählt Holofernes
eher nicht – von Holofernes erzählt das apokryphe Buch Judith, das man in katholischen Bibelausgaben findet; Martin Buber erzählt chassidische Geschichten

was sind nicht-narrative Texte
alle Texte, die zwar etwas aussagen, aber in denen nichts erzählt („narrare“ lat. erzählen) wird: Fahrplan, Gebrauchsanweisung, Rezept, Beipackzettel, Dienstanweisung, Stellenbeschreibung, Zeugnis, Einkaufszettel, Redensarten, Sprichwörter, Gebete, Reden, Psalmen, Gedichte, Briefe, Gesetzestexte, Anzeigen, Speisekarte, Platzreservierung, Verträge, Strafzettel, Ausweisdokumente, Zollpapiere, Führerschein …

Bibliolog Hospizarbeit Bibeltext
kommt auf die Lebensfrage(n) an, um die es gehen soll

Bibliolog Anleitung Anleitungen Enwurf Entwürfe Beispiel Beispiele, Vorlage, Vorlagen
ist zwar in allen möglichen Varianten die häufigste Frage, über die Leser auf dieses Weblog kommen. Aber ich muß Sie enttäuschen: Das gibt’s -immer noch – nicht im Internet. Warum, das steht hier.

biblische Speisegebote
Levitikus 11 (3. Buch Mose Kapitel 11) und Deuteronomium 14 (5.Buch Mose Kapitel 14)

godly play Figuren
ich kenne „biblische Erzählfiguren“; beim „godly play“ gibt es alle möglichen Requisiten, aber keine speziellen Figuren

wer hat schon mal Bibliolog zu Psalm 23 gemacht
ich – in beiden möglichen Varianten

jüdische Bibliologin Berlin
in Berlin – und nur dort – gibt es drei jüdische Bibliologinnen

sephardische Synagoge in Berlin
Tiferet Israel in der Passauer Strasse hinter dem KaDeWe

Jona Bauch Andrea
wohl eine außerbiblische Variante – oder ein Gegentext?

Bibliolog mit 25
Personenzahl oder Altersangabe – beide Varianten möglich