Frage 17: Copyright Bibliolog

Copyright Zeichen… lautet eine Suchanfrage.

Wenn ich etwas erarbeitet habe und das öffentlich darbiete – egal ob in schriftlicher oder mündlicher Form – so ist das mein geistiges Eigentum. Das kann ein Vortrag sein, ein Unterrichtsentwurf, eine Stadtführung oder auch ein Bibliolog. Im Zeitalter von Internet und Copy & Paste (ich-mache-mir-zueigen-was-ich-mir-zu-eigen-machen-kann) ist das Bewußtsein dafür sehr gering entwickelt wenn nicht gar ganz verschwunden.

Manchmal passiert es – gern in kirchlichen Mitarbeiterkreisen aber nicht nur da – dass Leute bei Bibliologen mitschreiben wollen, um „die Fragen zu haben“. Sie denken, daß sie dann selber damit starten können, Bibliologe anzuleiten. Das wird aus zwei Gründen nicht klappen: Beim Bibliolog anleiten kommt es auf Haltungen und Grundfertigkeiten an, die nicht darüber erlernt und eingeübt werden, daß man ein paar Fragen mitschreibt, die ja wohl besonders gut sein müssen, weil der Bibliolog von einer Bibliolog-Trainerin angeleitet wird. An anderer Stelle habe ich schon geschrieben, daß Fragen zu einem Text auch von Gruppe zu Gruppe und von Situation zu Situation variieren. Aber der Hauptgrund, warum ich während eines Bibliologs niemals mitschreiben lasse, ist ein anderer: Wer mit Stift und Papier als Mitschreibender im Kreis sitzt, begibt sich in eine Beobachtersituation. Er / sie taucht nicht in den Text ein und bekommt so die wesentliche Dynamik eines Bibliologs nicht mit. Außerdem ist eine solche Beobachterposition auch für viele Teilnehmende störend. Die Folge kann sein, daß ein Bibliolog nicht richtig in Gang kommt.

Vielleicht zielt die Frage aber auch darauf ab, ob die Bezeichnung „Bibliolog“ geschützt ist im Sinne eines Markenbegriffes (Textmarke bzw. Wortmarke). Nein, Bibliolog ist nicht geschützt. Darüber gab es in den Anfängen der Bibliologbewegung unter Trainern und Trainerinnen eine kontroverse Diskussion. Die Mehrheit befand, daß doch in kirchlichen Kreisen die Menschen so sind, daß sie verantwortungsvoll damit umgehen und Bibliolog nicht anleiten bevor sie das solide gelernt und eingeübt haben werden. Dass diese Sichtweise zu optimistisch war, war damals – für die meisten – nicht vorauszusehen.

Da Bibliolog derzeit sehr populär ist, wird diese Bezeichnung immer wieder für anderes verwendet. Nicht überall wo „Bibliolog“ draufsteht, ist auch „Bibliolog“ drin. Das geht so weit, daß ich schon Teilnehmende in Grundkursen hatte, die Bibliolog anleiten lernen wollten und nach meinem Anfangsbibliolog feststellten, daß das, was ihnen als Bibliolog vermittelt worden war, was ganz anderes ist.

Wenn jemand durch Bibliolog inspiriert wird, noch mal eine eigene Form des Umgangs mit biblischen Texten zu entwickeln, dann finde ich das eine tolle Sache. Um der Klarheit willen sollte dafür eine andere Bezeichnung verwendet werden wie etwa „Bibel interaktiv“, inspieriert von Bibliodrama und Bibliolog und sehr geeignet besonders für die Arbeit mit Jugendlichen und Konfirmanden – zu finden auf der Seite des RPZ (religionspädagogischen Zentrum) Heilsbronn.

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