Zum Anhören: Hebräische Bibel, Jüdische Bibel oder Altes Testament?

Am „Tag des Judentums 2013“, den die christlichen Kirchen in Österreich am 17. Januar begehen. in Wien sprach Prof. Hanna Liss von der Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg zum Thema »Herausforderungen an eine jüdische Bibelwissenschaft heute«. Einen Zusammenschnitt gibt es als mp3-Datei hier (25 min).

Der Inhalt in Stichworten: Bedeutung der Bibel für Juden und Christen, gemeinsamer Text, aber unterschiedlicher Bibelrezeption, Verhältnis von schriftlicher und mündlicher Auslegungstradition, Vielfalt und Mehrdeutigkeit, wissenschaftliche Exegese im Judentum, Bedeutung der Bar Mizwa / Bat Mizwa, Rolle von Abraham in Judentum und im interreligiösen Dialog, Rolle der Observanz (Halten der Gebote), was bedeutet Offenbarung im Judentum?

Bibliolog in Frankreich / Bibliologue en France

Frankreich 2 In der zweiten Juniwoche habe ich mit einem Pfarrer aus der Schweiz den ersten Bibliolog-Grundkurs in Frankreich durchgeführt. Ich habe noch nie einen Kurs geleitet, in dem die Teilnehmenden aus so vielen Ländern und unterschiedlichen kulturellen Hintergründen kamen. Vertreten waren: Frankreich, französische Schweiz, Belgien, Kamerun, Togo und Norwegen. Was ist anders bei einem Grundkurs in Frankreich als in einem deutschen Pastoralkolleg oder PTI? Für mich war es spannend zu sehen, wie ich als Nicht-Muttersprachlerin mit einem guten Französisch-Standard Muttersprachlern Bibliolog, der ja ein sprachliches Geschehen ist, vermitteln kann. Eine Erleichterung war, daß unter den aus Frankreich kommenden Pfarrern vier Deutsche waren, die schon sehr lang in Frankreich leben und die man um das eine oder andere fehlende Wort fragen konnte.

In Frankreich nehmen Pfarrer im Normalfall alle fünf Jahre an einer Fortbildung teil. Diese dauert meist acht Tage, wobei an einem Tag ein Ausflug stattfindet. Am ersten Tag kam ein Rabbiner aus dem nahegelegenen Straßburg und führte in den Midrasch ein. Das war eine ausführlichere Grundlage als in deutschen Grundkursen, die vier Tage dauern und „Midrasch“ nur als Teil eines Moduls (Bibliolog – Entstehung und Hintergründe) thematisiert werden kann.

Mont Roland

Mont Roland

Der Ort des Geschehens lag im französischen Jura, ein katholischer Wallfahrtsort auf dem Jakobsweg: Mont Roland. Eine ganz neue Erfahrung war für mich, daß zwei Pfarrerinnen dabei waren, die für Organisation, Rahmenbedingungen und Moderation verantwortlich waren. Das war eine große Entlastung. Außerdem waren an vier Tagen noch Professoren zur theologischen Reflexion und Vertiefung da: An zwei Tagen ein emeritierter Alttestamentler und an zwei Tagen ein Neutestamentler. Die Möglichkeiten zu einer so ausführlichen theologischen Reflexion fand ich sehr anregend.

Der Gemeinschaftsaspekt hatte einen höheren Stellenwert, weil die evangelische Kirche eine Minderheit ist und Pfarrer in ihrem Alltag meist nicht die Austausch- und Beratungsmöglichkeiten untereinander haben wie in Deutschland, wo es monatliche Pfarrkonferenzen gibt. Die Mahlzeiten waren ähnlich organisiert wie ich es aus katholischen Häusern in Deutschland kenne. Es gibt keine Mittags- und Abendbüffets, was ich als sehr förderlich für die Gemeinschaft erlebt habe. Insgesamt dauern die Mahlzeiten länger und sind sehr entspannt. Unter einer Stunde (Ausnahme: Frühstück) geht nichts. Vormittags und Nachmittags gibt es Pausengetränke, aber „Beilagen“ wie Obst und Kuchen sind nicht üblich. Außer uns Trainern wußten das auch alle. Von den Teilnehmenden waren Süßigkeiten aus den jeweiligen Herkunftsregionen mitgebracht worden. Es war jeden Tag spannend, was es an Nervennahrung geben würde.

Was in Frankreich gar nicht geht: Wahrnehmungs- und Körperübungen sind unüblich. Wir hatten eine gute Gruppe erwischt – so die deutschen Pfarrer. Andere hätten das – so ihre Einschätzung – nicht mitgemacht. Mich hat das gewundert, weil die täglichen Arbeitszeiten insgesamt länger sind als bei deutschen Pastoralkollegs. Was noch weniger geht: Einen Bibliolog nur zu Demonstrationszwecken machen (Bibliolog zum Echoing) nach dem nicht ausführlich erst einmal darüber gesprochen wird, was den Teilnehmenden inhaltlich neu aufgefallen ist bevor es zu den methodischen Fragestellungen geht.

Beim Sonntagsg-ttesdienst, an dem wir in Dole teilnahmen, fiel mir auf, wie stark die Position der Laien in der reformierten Kirche ist. Ich kann mir nicht vorstellen, daß bei Anwesenheit von zwanzig PfarrerINNEn in Deutschland ein Kirchenvorsteher das Abendmahl leiten würde (Einsetzungsworte und Austeilung). Eine bereichernde Erfahrung für mich war, daß die Zeit da war, mit jedem Teilnehmer ausführlicher zu sprechen. Ich habe dadurch viel über die Situation von Pfarrern in französisch sprachigen Ländern erfahren. Ungewöhnlich hoch war die Zahl von PfarrerINNEn, die beruflich etwas anderes gemacht haben bevor sie Pfarrer wurden.

Erfolgreicher Zugang zu heiligen Texten

dw Screenshot

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Auf dem Webportal der Deutschen Welle hat Thomas Klatt einen Artikel über Bibliolog und die interreligiöse Bibliolog-Werkstatt veröffentlicht: Erfolgreicher Zugang zu heiligen Texten

Auch auf evangelisch.de ist ein Artikel zu finden unter dem Titel Bibliolog – eine jüdische Methode

Bibliolog-Oasentag im Labyrinth des Lebens – Bibelgarten

Wege im Labyrinth des Lebens - Bibelgarten Mühlenbeck

Wege im Labyrinth des Lebens – Bibelgarten Mühlenbeck


Wege ist das Jahresthema im Labyrinth des Lebens, das wir für den Bibliolog-Tag aufgegriffen haben. Mit einem Gedicht von Werner Sprenger stimmten wir uns auf den Tag ein:

Es gibt einen Weg
den keiner geht,
wenn Du ihn nicht gehst.
Wege entstehen,
indem wir sie gehen.
Die vielen zugewachsenen,
wartenden Wege
von ungelebtem Leben überwuchert.
Es gibt einen Weg,
den keiner geht,
wenn Du ihn nicht gehst.
Es gibt Deinen Weg,
ein Weg, der entsteht,
wenn Du ihn gehst

Wir gingen zunächst gemeinsam durch das Labyrinth, das einem Lebensweg vom Geburtskanal bis zum Tod nachgestaltet ist mit verschiedenen Lebenssituationen und Stationen als Lebenslandschaften. Ganz unterschiedliche Wege nahmen wir unter unsere Füße, leider nicht barfuss, denn dazu war es nicht warm genug: Wege an einer Quelle, durch die Wüste, durch den Wald … bergige Wege oder an einer Quelle entlang … mit Rastplätzen, Oase oder einem Brunnen, helle, lichtvolle oder dunkle Wege … versperrte Wege … steinerne Wege … Holzwege: Ganz unterschiedliche Wege waren zu entdecken und zu begehen. Dann nahme jede/r ein eigenes Wegstück in den Blick, beging es von verschiedenen Seiten und konnte sich auf Details und Orte auf diesem Wegstück konzentrieren. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit mitgebrachten Köstlichkeiten waren wir dann mit Personen aus der Bibel unterwegs: David, Zippora, Pharao, Achsa, Miriam, Hagar, Jesus, Idit (Frau von Noach), Eva und auch der Stern von Bethlehem waren in unserer Mitte und mit uns unterwegs. Eine Weiterführung wird es am So 13. Oktober geben.