Frage 19: Warum machen Sie eigentlich nur Bibliolog

Fragezeichengruppe 2… im jüdischen, säkularen und interreligiösen Bereich. So oder ähnlich werde ich immer wieder gefragt und staune darüber, wie es zu diesem Mißverständnis kommt. Sicher – ich habe einen Buchbeitrag zu diesem Thema im Bibliolog-Buch von Uta Pohl-Patalong geschrieben. Aber da gibt es auch einen Beitrag über „Bibliolog im Kindergottesdienst“ oder „Bibliolog und Exerzitien“. Niemand würde deshalb davon ausgehen, daß die Autorinnen Bibliolog „nur“ im Kindergottesdienst oder nur im Rahmen von Exerzitien anleiten. Genauso ist es bei mir.

Ich habe besonders viele Erfahrungen mit jüdischen, interreligiösen und säkularen Kontexten und finde gerade Bibliolog mit Menschen, die nicht vorgeprägt sind (egal ob man sie säkular, religionslos oder wie auch immer nennt) besonders reizvoll. Im interreligiösen und interkulturellen Bereich ist Bibliolog deshalb aus meiner Sicht besonders reizvoll, weil er ein Instrumentarium anbietet, Unterschiede wahrzunehmen, sichtbar zu machen und zu benennen.

Viele Arbeitsfelder bibliologischen Arbeitens habe ich schon kennengelernt und bekomme immer wieder die Möglichkeit, Bibliolog in für mich neuen Kontexten auszuprobieren und Neues zu entwickeln. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in einem anderen Bereich eingeladen werde und ausprobieren kann, wie Bibliolog in der jeweiligen Situation zum Einsatz kommen kann, egal ob das in einem evangelischen Gottesdienst zum Karneval der Kulturen, an einem Fortbildungswochenende für katholische Gottesdienstbeauftragte, einer jüdischen Konferenz, dem evangelischen Kirchentag, einem freikirchlichen Kindergottesdienst, im Museum, im Hospiz, bei einer Vorbereitungsgruppe für den Weltgebetstag der Frauen, dem Gemeinschaftstag einer evangelischen Ordensgemeinschaft, einer katholischen Grundschule, mit dementiell veränderten oder geistig behinderten Menschen, mit jüdischen Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion, bei der langen Nacht der Religonen, dem Spielmarkt in Potsdam, dem lebendigen Adventskalender im Sprengelkiez, die Rüstzeit für die hauptamtlichen Mitarbeiter eines evangelischen Kirchenkreises, mit alt gewordenen jüdische Menschen, die als Kinder im Versteck überlebt haben (child survivors)… All diese und viele andere Erfahrungen haben mir gezeigt, wie vielfältig Bibliolog einsetzbar ist. Ich denke, daß das Potential von Bibliolog noch lange nicht ausgereizt ist.

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