Über Iris Weiss

Ich schreibe über alles rund um den Bibliolog, eine Form der interaktiven Bibelauslegung. Bibliolog ist aus der Tradition der jüdischen Schriftauslegung und dem Psychodrama entstanden und ermöglicht spannende Begegnungen mit biblischen Texten. Seit einigen Jahren bilde ich auch Menschen aus, die selbst Bibliolog anleiten lernen wollen.

Sieben Wochen MIT … Bibliolog

Gemeindezentrum Gropiusstadt-Süd (Apfelsinenkirche)

Gemeindezentrum Gropiusstadt-Süd (Apfelsinenkirche)

7 Wochen ohne … “ hat als Fastenaktion der evangelischen Kirche seit 1983 mittlerweile Tradition. Jedes Jahr gibt es einen anderen Schwerpunkt: Sieben Wochen ohne falsche Ausreden (2011), sieben Wochen ohne falschen Ehrgeiz (2012) und dieses Jahr sieben Wochen ohne Vorsicht. Die Aktion lädt dazu ein, die siebenwöchige Passionszeit vor Ostern bewußt zu gestalten.

Im Kirchenkreis Neukölln ist nun eine neue Tradition am Entstehen:
Sieben Wochen MIT …. Bibliolog
Seit einem Jahr treffen sich Menschen aus dem Kirchenkreis und Berlin mit Pfarrerin Ingrid Schröter regelmäßig am ersten Montag im Monat von 16.00 bis 18.00 in der Gemeinde Gropiusstadt-Süd. Hierbei entstand die Idee, sich bibliologisch mit der Leidensgeschichte von Jesus auseinanderzusetzen. Deshalb wird es neben den monatlichen Montagstreffen in der Passionszeit jeden Mittwoch von 16.00 – 18.00 Uhr eine Bibliolog-Reihe geben, der Texte aus dem Markusevangelium zugrunde liegen:

13. Februar 2013: Einzug Jesu in Jerusalem
20. Februar 2013: Salbung in Bethanien
27. Februar 2013: Judas
6. März 2013: das letzte Abendmahl
13. März 2013: Jesus in Gethsemane
20. März 2013: Petrus
27. März 2013: Gefangennahme von Jesus

Die Bibliolog-Veranstaltung am 1. Montag im Monat von 16.00 – 18.00 h läuft auch in der Passionszeit weiter und zwar am 4. März.

Evangelisches Gemeindezentrum Gropiusstadt-Süd (Apfelsinenkirche)
Joachim-Gottschalk-Weg 41
U-Bahnlinie 7 Wutzkyallee

Zum Weiterlesen:
Warum es im Internet keine Vorlagen oder Entwürfe für Bibliologe gibt

interreligiöse Bibliolog-Werkstatt Januar bis März 2013

Auch die nächsten Treffen der interreligiösen Bibliolog-Werkstatt 2013 stehen unter dem Thema Feuer und Feuerstellen in der Bibel und finden an folgenden Terminen statt:

Feuer

Mi 30. Januar 19.30 h
Die drei Jünglinge im Feuerofen (Daniel 3)

Mi 27. Februar 19.30 h:
Wir gingen durch Feuer und Wasser (Psalm 66,12)

Mi 20. März 19.30 h:
Vom trägen Herzen zum brennenden Herzen: Auf dem Weg nach Emmaus (Lukas 24)

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber auch nicht hinderlich; Unkostenbeitrag für Raumnutzung nach Selbsteinschätzung

Ort: interkulturelles Stadtteilzentrum Sprengelhaus, Sprengelhaus 15, 13353 Berlin-Wedding (U 9 Amrumer Straße; U 6 Leopoldplatz)

Neue Rubrik „Texte“

Textraum Titelbild

Textraum Titelbild

In den letzten Jahren habe ich einige Artikel über Bibliolog in der Zeitschrift „Textraum“, die von der Gesellschaft für Bibliodrama halbjährlich herausgegeben wird, veröffentlicht. Leider waren die Beiträge immer nur zeitlich befristet auf der Textraum-Internetseite abrufbar und so laufen einige Links in diesem Blog ins Leere. Deshalb richte ich eine neue Rubrik „Texte“ unter dem Headerbild ein. Wenn man mit dem Mauszeiger auf „Texte“ geht, dann werden die Titel der einzelnen Texte gelistet und man kann den gewünschten Beitrag anklicken.

Als erstes stelle ich den Artikel „Jonas, der Midrasch und G-tt im Bibliolog“ ein, der auf eine überraschende Erfahrung zurückgeht, die ich bei einem Bibliologabend im Rahmen eines christlich-jüdischen Dialogs machte, zu der ein – nach gängigen Maßstäben geistig-behinderter – junger Mann namens Jonas kam. Dieser Abend ist ein eindrückliches Beispiel wie „inklusiv“ Bibliolog ist. Viel Spaß beim Lesen – auch der anderen Beiträge, die ich nach und nach einstellen werde.

Frage 16: Bibliolog und Bibelübersetzungen

Hinter dieser Überschrift verbirgt sich die Fragestellung, ob es Bibelübersetzungen gibt, die besonders geeignet im Rahmen der Arbeit mit dem Bibliolog sind und anders herum gefragt: Gibt es auch Bibelübersetzungen, von denen (eher) abzuraten ist?

Folgende Leitfragen könnten bei der Entscheidung weiterhelfen:
-Was dient der Verständlichkeit des Textes, den ich mit einer Gruppe auslegen möchte möchte und zwar im Blick auf die spezielle (Ziel-)Gruppe, mit der ich den Bibliolog durchführe?
– Was sind meine eigenen Vorlieben?

1. Eigene Vorlieben:
Tur Sinai coverIch verwende sehr gern die Übersetzung von Naftali Herz Tur-Sinai, die in den 1920iger Jahren an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin entstanden ist. Sie ist für heutige Zuhörende, auch wenn sie nicht in einer religiösen Tradition geprägt sind, gut verständlich und sie ist gleichzeitig ganz nah am hebräischen Text dran auch was den Sprachrythmus betrifft. Bei der Arbeit mit christlichen Gruppen ist mir aufgefallen, daß die Tur-Sinai-Übersetzung als Übersetzung, die von jüdischen Übersetzern angefertigt wurde, sehr für sprachliche Eigenheiten sensibilisiert. Bei den Grundkursen werde ich sehr oft von den Teilnehmenden gefragt, was das denn für eine Übersetzung sei, die ich verwende und empfehle sie wärmstens.

Nur bei Bibliologen mit Psalmen mit christlichen Gruppen bin ich sehr vorsichtig mit der Tur-Sinai-Übertragung, denn besonders im evangelischen Bereich sind die Teilnehmenden sehr stark von der Übersetzung von Martin Luther geprägt. Da löst es oft große Irritationen aus, wenn die Textgestalt eine andere ist als die den Teilnehmern bekannte. Wenn es mir aber genau darauf ankommt, das Bekannte zu durchbrechen und die Teilnehmer durch eine andere Übersetzung zu neuen Wahrnehmungen anzuregen, dann umgehe ich mögliche Irritationen indem ich am Beginn der Hinführung darauf hinweise, warum ich heute eine andere als für die meisten gewohnte Bibelübersetzung mitgebracht habe und verwende und welche Chance darin liegen kann, einen Text durch eine andere Übersetzung noch einmal anders und neu zu hören und zu schmecken.

Buber-Rosenzweig schätze ich sehr und verwende ich gern zur Vorbereitung. Den Einsatz dieser Übertragung finde ich allerdings beim Bibliolog schwierig, denn Buber-Rosenzweig versteht man dann, wenn man schon weiß, was der Inhalt ist. Mit Zielgruppen, mit denen man philologisch am Text Bibliolog machen will und die entsprechend vorgebildet sind (Pfarrpersonen, Theologiestudierende) kann es durchaus reizvoll sein, mit der Buber-Rosenzweig-Übersetzung zu arbeiten, aber diese Zielgruppe dürfte eher der Ausnahmefall bibliologischen Arbeitens sein.

NGÜ CoverWenn ich Bibliologe zu Texten aus dem Neuen Testament (Evangelien oder Paulusbriefe) mache, was bei mir als Jüdin nur gelegentlich vorkommt, dann ist meine Lieblingsübersetzung die NGÜ (Neue Genfer Übersetzung). Ich finde sie gut verständlich, sprachlich brilliant und frisch. Da ich kein Griechisch kann, hilft mir der Anmerkungsapparat, der neben dem Bibeltext mitläuft, sehr und hat mich schon zu mancher Frage inspiriert.

2. Zielgruppe

Eine Leitfrage für mich wäre, welche Bibelübersetzung für die Zielgruppe besonders leicht zugänglich im Sinne von „Verständlichkeit“ ist und damit „niedrigschwellig“ ist. Das kann dann bei der Vorbereitung eines Bibliologs dazu führen, daß ich für eine evangelische Gemeindegruppe die Lutherübersetzung nehme, für eine katholische Fortbildungsgruppe die Einheitsübersetzung, bei einem Frauenseminar die „Bibel in gerechter Sprache“, für Jugendliche die „Gute Nachricht“ oder „Hoffnung für Alle“ – Übersetzung. Wenn eine Gruppe dann schon etwas Bibliolog-Erfahrung hat und ich bewußt nicht mit der ihr vertrauten Textgestalt arbeite, dann – siehe oben – erkläre ich das in der Hinführung als eine Chance, durch eine andere Übersetzung neue Nuancen zu entdecken.

Außerdem gibt es Spezialfälle, auf die ich so gut wie möglich einzugehen versuche. Wenn ich weiß, daß bei einer Seniorengruppe auch Menschen mit dementieller Veränderung dabei sein werden, dann ist es wichtig, die diesen Menschen vertraute Übersetzung zu nehmen oder die speziell für Menschen mit dementieller Veränderung entwickelte Bibelausgabe Getröstet und Geborgen-Bibel.

Kinderbibel Esben Hanefelt KristensenEin anderer Spezialfall sind Kinderbibeln für Kinder im Grundschulalter. Kinderbibeln sind dann bibliologtauglich, wenn sie möglichst viel weißes Feuer lassen, also möglichst wenig interpretieren und ausmalen, denn das schränkt den Raum der Auslegung ein. Auch sind Übertragungen nicht geeignet, in denen ein Tier (Esel) oder eine dritte Person eingeführt wird, die die biblische Geschichte erzählt. In christlichen Kindergruppen arbeite ich deshalb gern mit der Neukirchner Kinderbibel und bei älteren Grundschulkindern und auch mit geistig Behinderten – egal ob Kinder oder Erwachsene – noch lieber mit der – leider wenig bekannten – „Bibel – mit Bildern von Esben Hanefelt Kristensen“, die von Klaus Knoke ins Deutsche Übersetzt wurde und von der Deutschen Bibelgesellschaft herausgegeben wurde (Bild links). In jüdischen Kindergruppen oder beim Vertiefungskurs Midrasch arbeite ich mit einer jüdischen Kinderbibel von Abascha Stutschinsky (die Bibel für Kinder erzählt), die auch Material aus dem Midrasch enthält, aber leider nicht mehr im Buchhandel erhältlich ist. Außerdem gibt es im Internet eine neue Ausgabe der Tora für Kinder von Bruno Landthaler und Hanna Liss mit Pop-Up-Fenstern aus dem Raschi-Kommentar (die Seite ist noch in Entwicklung)

Bei zweisprachigen Gruppen, bei denen nicht alle Mitglieder gleichermaßen mit beiden Sprachen vertraut sind, verwende ich Übersetzungen beider Sprachen.

Bibliolog mit Objekten zu Genesis 16

Bibliolog mit Objekten zu Genesis 16

Kann man beim Bibliolog auch mit verschiedenen Bibelübersetzungen arbeiten? Beim Normalfall bibliologischen Arbeitens legt man mit einer Gruppe einen Text aus. Um gut in der Geschichte „drin“ zu bleiben, empfehle ich, es bei einer Übersetzung und damit bei einem Duktus zu belassen. Wenn man jedoch verschiedene Übersetzungsvarianten ins Spiel bringen will um Bedeutungsunterschiede zu thematisieren, sollte man sich einen besonders signifikanten Satz am Ende des Textes auswählen und dann die Verschiedenen Übersetzungsvarianten durch Stühle (Aufbauform Bibliolog mit Objekten) visualisieren, wobei man sich die Überleitung und die Frage sehr genau überlegen muß, damit die Teilnehmenden „im Text“ bleiben und nicht ÜBER den Text oder Übersetzungsvarianten reden.

Zum Weiterlesen:
Ab welchem Alter geht Bibliolog mit Kindern?
Schwarzes Feuer und weißes Feuer im Bibliolog

Bibliolog in Neukölln 2013

ApfelsinenkircheSeit einem Jahr treffen sich Interessierte am 1. Montag im Monat um 16.00 Uhr in der Gemeinde Gropiusstadt-Süd (Kirchenkreis-Neukölln) zum Bibliolog. Die Methode war den meisten unbekannt.

Unsere Erfahrung: Wer am Bibliolog teilnimmt, erfährt sich und den Bibeltext im unmittelbaren Gespräch. Wir staunen darüber, was nicht im Text steht. Wir misstrauen den Kapitelüberschriften. Wir entdecken innerbiblische Zusammenhänge und neue Fragen. Doch was das Spannendste ist, jeder Texte hat mit unserem Leben zu tun.

Ausgegangen sind wir von Evangeliumstexten, die das Kirchenjahr vorgibt. Mittlerweile einigen wir uns auf einen Text, der uns fraglich, anstößig, unverständlich oder auch nur allzu vertraut ist … mit dem Ergebnis, dass wir im Dezember mit dem „zweifelnden Thomas“ in den Dialog traten. Wir gehen ins zweite Jahr. Es sind noch viele Erzählungen da …

Evangelisches Gemeindezentrum Gropiusstadt-Süd (Apfelsinenkirche)
Joachim-Gottschalk-Weg 41
12353 Berlin

Wegbeschreibung:
U Bahnhof Wutzkyallee (Linie U 7) Dem Weg zwischen Exner-Pflegeeinrichtung (links) und Wutzky- Einkaufscenter (rechts) folgen, bis auf der rechten Seite ein oranges Haus aufleuchtet. Die Kirche ist in der Bevölkerung unter dem Begriff „Apfelsinenkirche“ bekannt.S

Termine 2013:

Mo 7. Jan um 16.00 Uhr: Die Auferweckung des Lazarus (Johannes 11)
Mo 4. Febr. um 16.00 Uhr: Der Hauptmann von Kaparnaum (Luk 7)
Mo 4. März um 16.00 Uhr: Salbung von David zum König (1 Sam 16) und Psalm 23
Mo 8. April um 16.00 Uhr: „Das jüdische Wochenfest – als Gott am Sinai die Torah gab“ (Ex 18) und warum man ohne diese Geschichte das christliche Pfingstfest nicht verstehen kann.
Mo 6. Mai um 16.00 Uhr: Pfingsten (Apg 2)
Mo 3. Juni um 16.00 Uhr: Maria aus Magdala
Mo 5. August um 16.00 Uhr: Hagar (Genesis 16) (vertretungsweise mit Iris Weiss)
Mo 2. Sept um 16.00 Uhr: David und Batseba
Mo 7. Okt um 16.00 Uhr: David und Nathan
Mo 4. Nov um 16.00 Uhr: David und Absalom
Mo 2. Dez um 16.00 Uhr: Batseba, David Königs Frau

weitere Termine und Themen für 2013 werden hier aktualisiert

Wortwolke und Suchbegriffe im Dezember 2012

Bibliolog Wortwolke Dezember 2012

Bibliolog Wortwolke Dezember 2012

und was sonst noch so gefragt wurde und nicht im Weblog steht:

Caravaggio nach der Auferstehung
davon ist bis jetzt nichts bekannt

Sieger Köder Geburt
am 3. Januar 1925

Bibliodrama-Ausbildung interreligiös
derzeit nicht, am Besten bei der Gesellschaft für Bibliodrama nachfragen, Bibliolog-Kurse gibt es interreligiös bei mir; einfach unter dem Headerbild auf „Kurse“ klicken

Ort des Judentums in der Gegenwart
??? Geht es etwas genauer?

Torahlesung
findet in der Synagoge am Schabbat, Montag und Donnerstag morgens statt

Lol.ita Geschichten
oh .. oh .. oh – hier eher nicht

Bibliolog Pfingsten
ja schon, aber warum im Dezember?

Chanukka Adventskalender
Chanukka: acht Tage lang wird jeden Abend eine Kerze mehr angezündet
Advent: vom 1. bis 24. Dezember wird jeden Tag ein Türchen geöffnet bis Weihnachten
vielleicht in manchen gemischt religiösen Familien?

narrative Texte
alle Texte, in denen eine Geschichte erzählt wird (narrativ = erzählend); Gegenteil: nicht-narrativ (also alles andere wie z.B. Briefe, Psalmen, Gesetze, Rezepte, Weisheitsliteratur, prophetische Bilder, Reden …)

Was ist eine Bibliologin
im besten Fall eine weibliche Person, die gelernt hat, wie man fundiert Bibliolog anleitet; im schlechtesten Fall: Reden wir lieber nicht darüber …

Mohalot
Mehrzahl von „Mohelet“ (Beschndeiderin); in der Bibel: Zippora, Frau des Mosche / Moses; im liberalen Judentum der letzten dreißig Jahre: Frau, mit medizinischem Grundberuf (Ärztin, Hebamme …), die nach einer entsprechenden Ausbildung Beschneidungen durchführt; in Deutschland gibt es derzeit drei Mohalot

Wortwolke und Suchbegriffe November 2012

Bis jetzt hat es die November-Wortwolke noch nicht ins Blog geschafft:

Wortwolke 2012 11 Nov

merkwürdig, dass im November häufiger nach „Emmaus“ als nach der „Weihnachtsgeschichte“ gesucht wurde

… und was sonst noch so gefragt wurde und nicht im Weblog steht:

interreligiöse Speisegebote
gibt’s nicht pauschal. Von Fall zu Fall schauen, welchen Religionsgemeinschaften die Beteiligten angehören und dann nachfragen und planen, aber mit „vegan“ und „alkoholfrei“ dürfte man immer auf der sicheren Seite sein

Lolita sekundär
literarisch gesehen oder was?

Ex Taizébruder
Trennungen kommen in den besten Familien vor

Chanukka 2012
von 9. bis 16. Dezember 2012 – die erste Kerze wird wurde am 8. Dezember nach Schabbatausgang (Hawdala) angezündet

Chanukka beim lebendigen Adventskalender

Am Mittwoch 12. Dezember 2012 findet die interreligiöse Bibliolog-Werkstatt im Rahmen des lebendigen Adventskalenders im Sprengelhaus
statt.

Wieviele Chanukka-Leuchter sind hier zu sehen?

Wieviele Chanukka-Leuchter sind hier zu sehen?

Wir zünden das fünfte Chanukka-Licht an.
Es ist zugleich ein Tag vor Rosch Chodesch – also der Beginn eines neuen Monats.

Sephardische Jüdinnen aus der nordafrikanischen Community des Maghreb (Tunesien, Marokko etc.) begehen diesen Tag mit besonderen Frauentraditionen, die ich an diesem Abend vorstellen werde. Auch einen Bibliolog zu Judith und Holofernes wird es geben und passend zum Bibliolog auch Kulinarisches – nämlich salzige Speisen.

Wer mag, kann zur Bereicherung des gemeinsamen Essens
gerne etwas Salziges mitbringen (Cracker, Chips, Brotaufstrich, Käse …)
oder Obst oder Saft.

Wir beginnen um 19.30 h im Sprengelhaus
1. Hof links/ 1. Stock
(rollstuhlgerechter Zugang über den Fahrstuhl im zweiten Hof links)
Sprengelstrasse 15
13353 Berlin (Wedding)
U 9 Amrumer Straße / U 6 Leopoldplatz
Kosten: keine – Beitrag zur Raumnutzung nach Selbsteinschätzung erbeten.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Torn paper midrash (Jo Milgrom)

Eindruck braucht Ausdruck. In ihrer langjährigen Arbeit hat die amerikanisch jüdische Bibeldozentin Jo Milgrom unterschiedliche Formen von visuellem Midrasch (visual midrash) entwickelt, mit denen ich gerne arbeite. Sie tragen dazu bei, das im Bibliolog Erlebte und Erschlossene auf einer persönlichen Ebene zu erweitern und zu vertiefen. Die Gestaltung eines eigenen visuellen Midrasch eröffnet ein tieferes Verständnis des (Bibel-)Textes und ermöglicht es dem Studierenden eine Verbindung mit dem Text herzustellen. Durch die künstlerische Umsetzung werden noch andere Ebenen der persönlichen Auseinandersetzung berührt. Beim anschließenden Austausch werden unterschiedliche Sichtweisen zugänglich. Jede/r darf zur eigenen Gestaltung etwas sagen, niemand muss sich äußern. Bei mehrtägigen Seminaren bietet es sich an, daß jede/r einen Platz im Raum für das eigene Werk sucht.

Die folgenden Gestaltungen sind im 4 tägigen Aufbaukurs „Bibliolog mit nicht-narrativen Texte“ nach einem Bibliolog zu 3 Mose 19,2 und 9 – 18 im November 2012 in Köln entstanden. Vielen Dank an die Teilnehmenden, die mir erlaubt haben, ihre Erarbeitungen unter dem Thema „Reise zum Herzen der Torah“ hier ins Weblog einzustellen:

Herz 1Herz 4Herz 5Herz 2Herz 3

Bei dieser kreativen Weiterführung machen auch Menschen mit, die sich für „unbegabt“ halten und sonst bei kreativen Angeboten schnell aussteigen.

Das Buch „Handmade Midrash as a Visual Theology“ von Jo Milgrom ist leider vergriffen.

Frage 15: Bibliolog und Kasualien

Fragezeichengruppe 2Da ich mich für diese Frage nicht ausreichend kompetent fühle, war ich froh, sie im Rahmen des letzten Treffens der Berliner Regionalgruppe einbringen zu können. Deshalb hat es mit der Beantwortung auch etwas länger gedauert.

„Es gibt im Leben der meisten Menschen vier Ereignisse, bei denen sie mit Kirche in Berührung kommen können: Taufe, Konfirmation, Trauung und Bestattung. Zum einen werden diese Anlässe als so genannte Kasualien bzw. Kasualhandlungen bezeichnet (lat.: Kasus = Fall). Im Hintergrund steht ein Ereignis, die spezifische Lebenssituation. Zum anderen wird aber auch von „Amtshandlungen“ gesprochen. Darin kommt die Perspektive des Pastors/der Pastorin zum Ausdruck, wenn von ihm/ihr eine pfarramtliche, kirchliche Dienstleistung erbeten wird.“

heißt es auf der Seite der EKD unter Glaubens-ABC: Kasualien.

Ich weiß von einigen evangelischen Teilnehmenden von Grundkursen, daß sie Bibliolog im Rahmen von Gemeindegottesdiensten, in denen eine Taufe stattfand, angeleitet haben. Gern wird dann der Text von der Kindersegnung genommen. Mir wurde berichtet, daß das Echo der Familien der getauften Kinder darauf positiv war. Eine katholische Theologin wies beim Regionalgruppentreffen darauf hin, daß aufgrund des kirchlichen Rituals im katholischen Kontext ein Bibliolog während einer Taufe nicht vorstellbar sei.

Bei Trauungen und Bestattungen kann ich mir einen Bibliolog überhaupt nicht vorstellen, weil das Situationen sind, in denen Menschen gefühlsmäßig sehr aufgewühlt sind und den Zuspruch sowie die Unterstützung durch das Ritual brauchen und eigene kreative Erarbeitungen eine Überforderung wären.

Für mich war interessant, daß sich die anwesenden Pfarrerinnen und kirchlichen Mitarbeitenden darüber einig waren, daß bei Trauungen und Beerdigungen Bibliolog nicht geht. Es sind Übergangssituationen im Leben, bei denen es wichtig ist, daß die Pfarrperson die Betroffenen hindurch geleitet. Der Anlaß und die damit verbundene eigene Lebenssituation steht im Mittelpunkt. Deswegen kommen die Menschen und nicht wegen der Schriftauslegung.

Daran schloß sich noch ein Gespräch an, ob im normalen Sonntagsgottesdienst die Menschen wegen der Schriftauslegung kommen – wie im evangelischen Kontext idealtypisch angenommen wird. Plädiert wurde dafür, immer anzukündigen, wenn im Gottesdienst ein Bibliolog stattfindet, denn die Erwartungen der Gottesdienstbesucher an einen Sonntagsgottesdienst ist sehr unterschiedlich. Wer durch eine Predigt etwas gesagt bekommen und mitnehmen möchte oder auch wer die Predigtzeit als Raum sieht, den eigenen Gedanken nachzugehen, wird enttäuscht sein, wenn ein Bibliolog stattfindet. Interessant und neu war für mich der Hinweis, daß im evangelischen Sonntagsgottesdienst der Trend derzeit zu traditionellen Formen und Abläufen geht. Interaktive und andere kreative Formen, mit denen in den 1970iger Jahren und später experimentiert worden sei, seien nicht mehr gefragt. Wer danach sucht, nimmt eher andere Formen des Gottesdienstes wahr (Thomasmesse).

Auch im Hinblick auf den Konfirmationsgottesdienst herrschte Konsens, daß dieser nicht der geeignete Ort für einen Bibliolog sei im Gegensatz zu einem Konfirmandenvorstellungsgottesdienst und in anderen Formen der Konfirmandenarbeit (Gruppenstunden, Konfirmanden-Camps etc.)