Aufbruch: Bibliolog in der Studentengemeinde – dreisprachig

Eigentlich ist ein Bibliolog mit Studierenden nichts besonderes im Sinne einer speziellen Herausforderung. Als Zielgruppe sind sie offen für neue ihnen unbekannte Formen des Umgangs mit der Bibel. Aber dieser Abend war auf eine ganz unerwartete Weise anders. Für das Semesterferienprogramm hatten sich die evangelische und die katholische Studierendengemeinde zusammengetan und miteinander sieben Abende zum Rahmenthema „Aufbruch“ geplant. Ich war eingeladen, einen Bibliolog zum Anfang der Abrahamsgeschichte zu halten: „Lech lecha -Zieh hinaus – geh zu dir – geh für dich!“

Durch eine relativ ausführliche Vorstellungsrunde wurde klar, daß die ausländischen Studierenden aus afrikanischen und asiatischen Ländern in der Mehrzahl waren und die Verteilung der Sprachkenntnisse und Sprachniveaus so war, daß wir uns nicht auf zwei Sprachen einigen können würden.

Glücklicherweise hatten wir einen Computerzugang, sodaß es möglich war, den Text, den ich auf deutsch mitgebracht hatte noch auf englisch und französisch auszudrucken. Und so ließ ich mich auf das Experiment ein, einen Bibliolog dreisprachig anzuleiten und spontan auf vier Rollen zu kürzen, was aufgrund der Übersetzungsarbeit dann doch auf eine Stunde hinauslief. Bis auf eine Person haben sich alle beim Bibliolog und auch beim Nachgespräch beteiligt.

Erstaunt hat mich, daß der skeptische Abraham überwog, der überlegte, ob er wirklich losgeht oder nicht. Mehrere ausländische Studierende äußerten sich in die Richtung, daß doch da irgendwas mit der Familie nicht in Ordnung ist, wenn jemand in diesem Alter noch weggeht. Ich hatte die Rolle einer Nachbarin angeboten, die mit anderen im Gespräch ist über Abram und Sarai, die vor zwei Wochen in ein neues Leben aufgebrochen sind.

Dass jeweils in zwei Sprachen übersetzt wurde, hat nicht gestört. Es wurde auch nicht als zu langsam erlebt sondern eher als Möglichkeit, durch die Unterschiedlichkeit der Sprachen mehr Nuancen wahrzunehmen. Etwa nach einer Viertelstunde des Nachgesprächs kam ich an meine persönliche Grenze: Ich konnte auf einmal nicht mehr übersetzen. Gut, daß ein Student da war, der auch in den drei Sprachen in der Lage war zu übersetzen.

Leider hatte ich die Tur-Sinai-Übersetzung dabei, die ich wegen ihrer Genauigkeit liebe. Besser wäre eine einfachere Übersetzung zugunsten der Verständlichkeit gewesen: Hoffnung für Alle zum Beispiel. Beim Echoing war es wichtig, daß es in einer Sprache erfolgt, die der Person, die sich geäußert hat, versteht. Wenn die Gruppe nicht zu groß ist und sich alle von der Lautstärke her verstehen können, dann muß man nicht unbedingt die Äußerung auch noch in der Ausgangssprache wiederholen, sondern kann gleich auf eine zweite Sprache gehen, muß sich aber durch Blickkontakt rückversichern können, daß man richtig verstanden hat. Deshalb ist es in der Vorstellungsrunde wichtg, im Gedächtnis zu behalten, wer welche Sprache versteht.

Insgesamt war der Abend sehr dicht und tief und die Freude, daß jede/r jeden Beitrag verstehen konnte, überwog obwohl wir „nur“ die ersten acht Verse miteinander erkundet hatten.

Bibliolog und Bibliodrama auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart


Kirchentagslosung 2015

Auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart 2015 gibt es ein gemeinsames Bibliodrama-Bibliolog-Zentrum. Ich bin an der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums beteiligt:

Do 4. Juni 11.00 – 13.00 h

Zukunftsweisende interkulturelle Erfahrungen
Bibliodrama und Bibliolog in Europa
Impuls
Dr. Krystyna Sztuka, Psychologische Therapeutin, Czestochowa/Polen

Podium mit der Vortragenden und
Ewa Alfred, Feldenkraispädagogin und Paartherapeutin, Berlin
Dr. Claudete Beise Ulrich, Gastdozentin, Brasilien – Hamburg
Corinna Friedl, Krankenhauspfarrerin und Gestalttherapeutin, Malmö/Schweden
Hilâl Kurt, Islamische Theologin und Konflikttrainerin, Langendorf
Iris Weiss, Bildungsreferentin und Bibliologausbilderin, Berlin

Moderation: Leony Renk, Pfarrerin i.R. und Bibliodramaausbilderin, Langendorf
Musik: Henning Olschowsky, Musiker und Pfarrer, Mutzschen

Paul-Gerhardt-Kirche, Rosenbergstr. 194
Kirchentags-Stadtplan: 606 | K29

Außerdem wird es von Donnerstagnachmittag bis Samstagabend 37 Bibliolog- und Bibliodrama-Veranstaltungen geben. Mehr dazu in der Suchmaske der Programmdatenbank von http://www.kirchentag.de

Bibliolog in Neukoelln 2015

Hephatha Kirche 2 - KopieAm 2. Februar um 16.30 treffen wir uns im Gemeindesaal zum Bibliolog! Wir stimmen uns ein auf das Thema des Weltgebetstages „Begreift ihr meine Liebe?“ Die Frauen, die die Texte erarbeitet haben, schlagen als Bibelarbeit den Text von der Fußwaschung Jesu (Joh. 13,1-17) vor. Wir werden uns diesem Text bibliologisch annähern.

7 Wochen MIT Bibliolog

Die Evangelisten stellen die Geschehnisse um Jesus aus Nazareth in unterschiedlicher Weise dar. In den 7 Wochen werden wir mit der Darstellung des Matthäus ins Gespräch gehen.
16. Februar – Todesbeschluss (Matthäus 26,1-5)
23. Februar – Salbung Jesu in Bethanien (Matthäus 26,6-13)
2. März – Jesu letztes Mahl mit den Seinen (Matthäus 26,17-29)
9. März – Judas (Matthäus 26,14-16 +27,3-10)
16. März – Ölberg und Gethsemane (26,30-46)
23. März – Verhaftung (Matthäus 26,47-56)
30. März – Verhöre und Verspottung (Matthäus 26,57-27,31a)

Jeweils am Montag um 18.00 Uhr im Kirchraum der Hephathagemeinde.

Wegbeschreibung

Hephatha Gemeinde
Fritz-Reuter-.Allee 130-136

12359 Berlin (Britz)
U Bahn Parchimer Allee (Ausgang Gielower Straße)
für Rollstuhlfahrer: U Bahn Britz -Süd – (rechts aus dem Bahnhof herausfahren / dann rechts in die Fritz – Reuter – Allee fahren / immer gradeaus (am Zebrastreifen die Straßenseite wechseln ( bis zur Nr.130 /136 fahren)

Lange Nacht der Religionen 2014

Das Programm der Langen Nacht der Religionen am 6. September 2014 ist online und zwar hier.

Die interreligiöse Bibliolog-Werkstatt wird in Neukölln mit dabei sein.

Im Zelt von Abraham und Sarah: Was Torah (Genesis 18), Midrasch, Neues Testament und Koran erzählen.

Mit Bibliolog lernen wir die unterschiedlichen Sichtweisen der verschiedenen Religionen kennen und loten aus, was dieses religiöse und kulturelle Erbe für uns heute bedeutet, und wie wir seine Potenziale für ein friedliches Miteinander fruchtbar machen können.

19:00 – 22:30 Uhr
Immer zur vollen Stunde kann man in einen neuen Text einsteigen
mit Iris Weiss und Pfr. Ingrid Schröter

Evangelische Gemeinde Hephatha
Fritz-Reuter-Allee 130
12359 Berlin

U7 Parchimer Allee

M. Chagall: Abraham und die drei Engel

M. Chagall: Abraham und die drei Engel

Die Geschichte von den drei Männern, die Abraham besuchen ((Bereschit / Genesis 18)) ist der Ausgangspunkt unserer bibliologischen Erkundung. Es gibt zahlreiche Midraschim, die von der außerordentlichen Gastfreundschaft Abrahams erzählen. Unsere Zeitreise führt uns dann zu einer Gemeinde der Jesusbewegung, die verfolgt wurde, weil sie sich weigerten, die römischen Götter anzubeten. In einer Gemeindeversammlung wird eine Predigt vorgelesen und Abraham und Sarah werden den Gemeindemitgliedern als Vorbilder vorgestellt (Hebräerbrief Kap. 11). Was bedeutet es, in dieser Situation Gastfreundschaft zu leben (Hebräer 13,1-2) und die Aufforderung zu hören: „Vergesst nicht, gastfrei zu sein. Durch ihre Gastfreundlichkeit haben einige, ohne es zu wissen, Engel bei sich aufgenommen.“

Der nächste Haltepunkt auf unserer Zeitreise ist in Jerusalem. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels (70. d. Z.) fragen sich die Rabbinen, was der Grund für die Zerstörung des Tempels durch die Römer ist. Ein Versuch EINER Antwort ist die Geschichte von einem Gastgeber (Talmud, b. Git. 55-56), der ein großes Festmahl ausrichtet. Der Diener soll seinen Freund Kamtza einladen und überbringt die Einladung versehentlich an den Feind Bar Kamtza. Dieser kommt zum Festmahl und wird vom Gastgeber rausgeworfen.

Auch der Koran kennt die Begegnung von Abraham mit den drei Engeln (Sure 51 Vers 24 – 30) und ist die letzte Station an diesem Abend.

Bibliolog in Neukölln: Ab September neue Anfangszeit

Das Treffen im August beginnt noch einmal um 16.00 h. Ab September 2014 ist die Anfangszeit eine halbe Stunde später.

Mo 4. August: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

Achtung: Neue Anfangszeit ab September 2014:
Mo 1. September 16.30 h: Maria Magdalena

Hier die Wegbeschreibung:
Gemeindesaal der Hephatha Gemeinde
Fritz-Reuter-.Allee 130-136

12359 Berlin (Britz)
U Bahn Parchimer Allee (Ausgang Gielower Straße)
für Rollstuhlfahrer: U Bahn Britz -Süd – (rechts aus dem Bahnhof herausfahren / dann rechts in die Fritz – Reuter – Allee fahren / immer gradeaus (am Zebrastreifen die Straßenseite wechseln ( bis zur Nr.130 /136 fahren)

Gedanken von Noahs Schwiegertochter …

Noahs Arche in Evas Arche: Ökumenisches Frauenzentrum bietet interreligiösen Bibliolog an

so ist ein Artikel in der aktuellen Ausgabe (Pfingsten) der katholischen Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ überschrieben. Fast hätte ich ihn überlesen, denn ich hatte im Berliner Regionalteil nachgesehen und nicht auf Seite 1, wo im oberen Teil über den Katholikentag in Regensburg berichtet wird.

Evas Arche Logo Vor einigen Monaten verabredete ich mit Anne Borucki-Voss, der teheologischen Referentin von Evas Arche einen interreligiösen Bibliolog. Anlaß war die Ankündigung des Films „Noah“. Mit dem folgenden Text wurde zur Veranstaltung eingeladen:

Interreligiöser Bibliolog
Noahs Arche in Evas Arche – die zweite Chance

Was hat Noah und seine Familie in der Arche bewegt? Wie gestaltete sich der Neuanfang nach der Katastrophe? Die jüdische Tradition sieht kritisch, dass Noah seinen Mitmenschen gegenüber geschwiegen hat, als Gott ihm die Anweisung zum Bau der Arche gab. Ist Noah in der christlichen Tradition ein Schweigender oder ein Sprechender? Mit welchen Folgen? Da Muslime die Landung der Arche mit dem Aschura-Fest feiern, gibt es eine Kostprobe vom „Festmahl des Noah“.
Mit Iris Weiss, jüdische Bibliolog-Trainerin
In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk

Nun ist es bei offenen Veranstaltungen so eine Sache. Man weiß vorher nicht, wer kommt und wie bunt die Mischung sein wird. Ich verbreite auch über meinen Mailverteiler Bibliolog-Veranstaltungen in Berlin. An diesem Abend gehörten alle anwesenden Frauen außer mir verschiedenen christlichen Konfessionen an. Auch eine Mitarbeiterin der katholischen Kirchenzeitung war dabei. Sie hat folgenden Artikel verfaßt, der leider nicht online zur Verfügung steht:

Die Geschichte von Noah und seiner Arche steht in jeder Kinderbibel. Somit ist weitestgehend bekannt, dass Gott die Erde überflutet hat, um sie von den schlechten Menschen zu befreien und dass nur Noahs Familie und viele Tierarten die Katastrophe in der Arche überlebten. Doch was hat Noah und seine Familie in der Arche bewegt? Wie gestaltete sich der Neuanfang nach der Flut? Das sind die Fragen die Iris Weiss, in ihrem Bibliolog (unterstützt vom Katholischen Bildungswerk) im ökumenischen Frauenzentrum Evas Arche in Berlin-Mitte von den Teilnehmerinnen beantwortet haben wollte.

„Ich lese einen kurzen Abschnitt aus der Bibel vor und dann stelle ich eine Frage“, erläutert die Bibliolog-Ausbilderin. „Die Frage kann sich an einen Menschen, ein Tier oder auch an einen Gegenstand oder eine Eigenschaft richten.“ Wer mag kann sich melden und in dieser Rolle antworten.

„Warum folgt mein Mann der Idee seines Vaters?“

Und so fragt sie eine der Ehefrauen von Noahs Söhnen, wie sie darüber denkt, dass sie in der Arche leben muß. „Ich will da nicht rein. So schlimm wird diese Flut schon nicht sein“, antwortet eine Teilnehmerin. „Ich als Frau kann da nichts machen, aber ich verstehe meinen Mann nicht, warum er sich so bedingungslos der Idee seines Vater hingibt“.

Weiss wiederholt, was die Teilnehmerinnen sagen, um ihre Worte zu vertiefen und zu klären. Wenn niemand etwas ergänzen möchte, hält sie inne, bedankt sich bei der entsprechenden Rolle und liest weiter.

Interreligiös ist dieser Bibliolgo, weil sie auch von der Sicht anderer Religionen auf die Geschichte von der Arche Noah erzählen kann: „Die jüdische Tradition sieht kritisch, dass Noah seinen Mitmenschen gegenüber geschwiegen hat, als Gott ihm die Anweisung zum Bau der Arche gab“, heißt es in der Ankündigung und dass die Muslime ein eigenes Festessen, das Aschura-Fest begehen, weil an diesem Tag die Arche zum ersten Mal wieder auf Land gestoßen sein soll.

Jüdische Kenntnisse der Leiterin und einer Teilnehmerin

Weiss hat zu unterschiedlichen Aspekten der jüdischen Geschichte und Gegenwart Berlins gearbeitet. Unter den Teilnehmern ist auch eine Frau, die Judaistik studiert hat. In der Gesprächsunde nach dem Bibliolog gibt sie zu bedenken, daß sie sich nicht vorstellen kann. dass Noah zu der Arche geschwiegen hat: „Die Mitmenschen müssen sich doch gewundert haben, was für ein riesiges Schiff erbaut. Er kann es doch unmöglich alleine oder gar heimlich gebaut haben“.

Die Idee für einen Bibliolog stammt von einem amerikanischen Juden, Peter Pitzele. Er hat sie im Rahmen der praktischen Ausbildung von konservativen Rabbinern am Jewish Theological Seminary entwickelt.

So weit der Artikel, dessen erster Teil mir gut gefallen hat. Beim zweiten Teil habe ich einige Bauchschmerzen, denn ein Bibliolog ist aus meiner Sicht nicht deshalb interreligiös, weil die Anleiterin etwas über Judentum erzählen kann (jüdische Kenntnisse der Leiterin und einer Teilnehmerin), sondern weil Menschen, die in unterschiedlichen religiösen Traditionen leben und aus der Erfahrung und Kenntnis dieser Traditionen in ein Gespräch über die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Textes und die eigenen Prägungen eintreten: Die Teilnehmenden als Christinnen unterschiedlicher Denominationen und ich als Jüdin.

Spannend wurde es noch beim Nachgespräch darüber, was es in der jüdischen Tradition bedeutet, daß Noah nicht so hoch geschätzt wird wie Abraham, der für die Menschen aus Sodom mit G-tt verhandelt hat. Ein solches Verhandeln für seine Mitmenschen ist von Noah nicht überliefert.

Gerne hätte ich noch muslimische Gesprächspartnerinnen dabei gehabt, denn der Koran erzählt, wie Noah die Menschen vor der Flut gewarnt hat und dass auf der Arche noch andere Menschen neben seinen Familienmitgliedern waren und überlebt haben – ja sogar ein Sohn von Noah war nicht auf der Arche.

Erstveröffentlichung des Artikels: Tag des Herrn, Ausgabe vom 8. Juni 2014, Seite 1

Bibliolog auf dem Katholikentag in Regensburg 2014

Katholikentag 2014

Vom 28. Mai bis 1. Juni findet in Regensburg der Katholikentag unter dem Motto „mit Christus Brücken bauen“ statt. An zahlreichen Orten wird es Bibliolog-Angebote geben und zwar in den Zentren Jugend, Frauen und Männer; Ehe, Familie und Generationen, Kirche vor Ort – Kirche auf dem Land und im Biblisch-Geistlichen Zentrum.

Einen Überblicksartikel über Bibliolog auf dem Kirchentag gibt es hier.

Die Bibliologe dauern jeweils 90 Minuten

DONNERSTAG

Do 14.00 Streitende Brückenbauer (Gal 2,11-21)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum E1.02, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Do 14.00 Elija kann nicht mehr
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Do 14.00 Ein ganzer Kerl! Der Hauptmann von Kafarnaum (Mt 8,5-13)
Zentrum Frauen und Männer
OTH, Zentrales Hörsaalgebäude, 1. OG, Raum E103, Galgenbergstr. 30 (45 / D5)

Do 16.30 Von wegen alt – eine erfüllte Zeit
Zentrum Ehe, Familie und Generationen
Universität, Recht und Wirtschaft, EG, Raum W113 (47 / D6)

Do 16.30 Moses ging über die Steppe hinaus (Ex 3,1)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Do 16.30 Aufruf zur Selbstverwirklichung?
Zentrum Frauen und Männer
OTH, Trakt A, 1. OG, Raum A105, Galgenbergstr. 30 (45 / D5)

FREITAG

Fr 11.00 Unsere gemeinsame Hoffnung (Eph 4,1-6)
Zentrum Kirche vor Ort – Kirche auf dem Land
Albrecht-Altdorfer-Gymnasium, EG, Raum 007, Minoritenweg 33 (3 / E3)

Fr 11.00 Hoffnung aber lässt nicht zu Grunde gehen! (Röm 5,1-5)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Fr 11.00 Mutti ist die Beste! Die Zebedäussöhne und ihre Managerin (Mt 20,20-28)
Zentrum Frauen und Männer
OTH, Zentrales Hörsaalgebäude, 1. OG, Raum E103, Galgenbergstr. 30 (45 / D5)

Fr 11.00 Zachäus (Lk 19,1-10)
Zentrum Ehe, Familie und Generationen
Universität, Zentrales Hörsaalgebäude, UG, Raum ZH3 (48 / D6)

Fr 14.00 Barmherziger Vater (Lk 15,11-32)
Zentrum Ehe, Familie und Generationen
Universität, Recht und Wirtschaft, EG, Raum W113 (47 / D6)

Fr 16.30 Gott bringt sie heim (Bar 5,5-9)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

SAMSTAG

Sa 11.00 Sie zogen auf trockenem Boden durchs Meer (Ex 14,26-15,21)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum E1.02, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Sa 11.00 Das Wasser, das ewiges Leben schenkt (Joh 4,1-26)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Sa 14.00 Altes zurücklassen und ins Ungewisse aufbrechen (Rut 1,1-4,22)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Sa 16.30 Jesus mein Superman?
Zentrum Jugend
Goethe-Gymnasium, 2. OG, Raum 219, Goethestr. 1 (34 / A3)

Sa 16.30 Von echter Freundschaft und der großen Liebe (Rut 1,1-4,22)
Biblisch-Geistliches Zentrum
St. Marien-Schulen, 1. OG, Raum 1.20, Helenenstr. 2 (20 / C3)

Außerdem zieht ein Bibliolog-Team am Freitag, den 30. Mai, von 15 – 17 Uhr und Samstag, den 31. Mai, von 10 – 12 Uhr, ausgerüstet mit Leiterwagen, Mikro und Sitzgelegenheiten über das Katholikentagsgelände und bietet überall dort, wo Platz und interessierte Menschen sind, einen Bibliolog an.

Bibliolog in Neukölln ab Juni 2014 in der Hephatha Gemeinde

Hephatha Kirche 2 - KopieDas monatliche Bibliolog-Treffen in Neukölln zieht um. Es bleibt beim 1. Montag im Monat. Es bleibt bei der Zeit von 16.00 h bis 18.00 Uhr. Es bleibt bei der Anleitung durch Pfarrerin Ingrid Schröter. Es bleibt der Stadtbezirk bzw. Kirchenkreis Neukölln. Nur der Ort ändert sich: Ab Juni 2014 findet das Treffen in der evang. Hephatha- Gemeinde (Britz) statt und zwar am

Mo 2. Juni 2014 von 16.00 h – 18.00 h: Der Turmbau von Babel (1 Mose 11)
Mo 7. Juli: Esther (Buch Ester Kapitel 1)
Mo 4. August: Das Gleichnis vom barmherzigen Samariter

Achtung: Neue Anfangszeit ab September 2014:
Mo 1. September 16.30 h: Maria Magdalena

Hier die Wegbeschreibung:
Gemeindesaal der Hephatha Gemeinde
Fritz-Reuter-.Allee 130-136

12359 Berlin (Britz)
U Bahn Parchimer Allee (Ausgang Gielower Straße)
für Rollstuhlfahrer: U Bahn Britz -Süd – (rechts aus dem Bahnhof herausfahren / dann rechts in die Fritz – Reuter – Allee fahren / immer gradeaus (am Zebrastreifen die Straßenseite wechseln ( bis zur Nr.130 /136 fahren)

Zwischen Karsamstag und Ostern …

Ein Ostergruß der anderen Art auch für und an die Mitlesenden dieses Blogs

Liebe S.,

am Samstag war ich wieder beim Frühstück in der Naunynstraßen – Wohngemeinschaft, wo wir uns vor einiger Zeit begegnet sind. Und was soll ich sagen: Erstmals war auch Christian Herwartz da. Ich war ganz perplex, denn immer wenn ich in den letzten eineinhalb Jahren kam, war er unterwegs. Ich habe mit einem Ohr zugehört als er jemand an seiner Erfahrung mit den Exerzitien auf der Straße teilhaben ließ. Ich sah Parallelen zu meiner Bibliolog-Erfahrung. Er meinte , wenn Leute sich auf den Prozeß der Straßenexerzitien einlassen, dann erlebt man auch als Begleiter immer wieder neue Perspektiven.

Ich unterhielt mich länger mit einem jungen Südamerikaner, der aus Berlin weggezogen ist und sich an seinem neuen Wohnort in den neuen Bundesländern, wo Busse nur unter der Woche und untertags fahren, sehr isoliert fühlt. Danach kam ich mit einer jungen Frau ins Gespräch, die ein freiwilliges soziales Jahr gemacht hat bei Solwodi, einer Anlaufstelle für Frauen, die von Menschenhandel und oft auch von Zwangsprostitution betroffen sind.

Eine Frau hatte Fotos dabei, die sie am Karfreitag von der Mahnwache vor dem Abschiebegefängnis in Köpenick aufenommen hatte. Es waren zwei große gekreuzte Holzbalken. Auf dem Kreuzungspunkt liegt eine Dornenkrone, in deren Mittelpunkt ein Kelch steht. Die Dornenkrone spiegelt sich im Kelch (hier).

Nach diesem reich gefüllten Vormittag machte ich mich auf den Weg in den Grunewald. Ich war zu einem Bibliolog für einen Oasentag eingeladen. Von Kreuzberg nahm ich den Bus, der über den Wittenbergplatz zum Bahnhof Zoo fährt. Zwischen Wittenbergplatz und Gedächtniskirche war die Straße brechend voll von Menschen, die zum Einkaufen unterwegs waren. Auch das ist eine Seite, die säkulare Seite, von Karsamstag: Offene Kaufhäuser für die, die zwischen Karfreitag und Ostersonntag einkaufen wollen. Und es trifft anscheinend das Bedürfnis von vielen.

OsterglockeIch stieg dann in die S-Bahn um zur S-Bahnstation Grunewald zu fahren und dann den Fußweg zu nehmen, der in den Eichkamp, eine Siedlung im Grunewald, die einige Minuten von der S-Bahntrasse entfernt liegt. Dort hatten sich einige Leute aus dem Umfeld der Naunynstraßen WG einen Oasentag organisiert und mich zu einem Bibliolog eingeladen. Wir saßen in einem wunderschönen blühenden Garten und der Text, den ich mitgebracht hatte, paßte überhaupt nicht zu dieser wunderschönen und friedlichen Umgebung wie sie sich auf den ersten Blick darstellte.

Wenn man am S-Bahnhof Grunewald ankommt und den Ausgang auf der rechten Seite von Berlin aus kommend nimmt, dann kommt man in den Eichkamp. Dort lebten vor der Nazizeit viele Juden. Es gab auch eine jüdische Privatschule dort, die Jugendliche auf die Emigration vorbereitete. Im Eichkamp war auch der einzige Sportplatz, auf dem jüdische Kinder und Jugendliche Sport treiben konnten und wo jüdische Sportfeste stattfanden und die beiden jüdischen Sportvereine Bar Kochba und Makkabi die letzte für Juden verbliebene Möglichkeit war, sportlichen Aktivitäten nachzugehen. Heute ist die Sportanlage nach dem jüdischen Fußballnationalspieler Julius Hirsch und dem Quizmaster Hans Rosenthal benannt. Das war mir sehr gegenwärtig. Auf dem Weg zu dem Haus, wo das Treffen sein sollte, ging ich auch an zwei Stolpersteinen vorbei, die an Juden die dort gewohnt hatten und deportiert worden waren, erinnern: Dr. Max Spittel und seine Frau Berta Spittel. Ich war vorher noch nie im Eichkamp gewesen, obwohl auch dieser Teil Berlins zu meiner inneren Landkarte gehört.

Wenn man den S-Bahn-Grunewald aber auf der linken Seite verläßt, dann kommt man nach etwa 100m zum „Gleis 17“ (Grunewaldrampe). Das ist heute eine Gedenkstätte. Es ist das Gleis, von dem die meisten der fast 59 000 deportierten Berliner Juden in die Vernichtungslager transportiert wurden. (Es gibt in Berlin zwei Deportationsbahnhöfe: Putlitzstraße in Moabit und Grunewald – also Gleis 17).

Gleis 17 (© M. Eun)

Gleis 17 (© M. Eun)

Ich habe schon oft Überlebende oder Kinder von jüdischen Emigranten an diesem Ort begleitet und einige dort auch zusammenbrechen sehen unter der Last ihrer Geschichte. Auf Gleis 17, das ins Nichts führt sind in den Boden Eisenschwellen eingelassen, auf denen das jeweilige Datum und der Bestimmungsbahnhof des Deportationszuges zu lesen sind. Ich habe vor 15 Jahren dazu einen Text geschrieben.

Erst am Freitag als ich den Anfahrtsweg go.ogelte wurde mir klar, in welcher Nähe der Oasentag stattfinden würde. Für mich war das dann sehr präsent und einen Moment lang hätte ich lieber abgesagt. Ich habe das, was für mich sehr gegenwärtig war, allerdings den Teilnehmenden nicht erzählt. Ich wollte es diesen großenteils sehr jungen Menschen, die ich kaum oder gar nicht kannte, nicht zumuten. Als ich G. und R. im Vorfeld fragte, ob sie für den Tag einen bestimmten Text im Auge hätten, meine R. vielleicht etwas aus Johannes 19 (ökumenischer Lesetext von Gründonnerstag bis Karsamstag) aber sie seien auch für anderes offen. Nun sind Texte aus dem Johannesevangelium für Bibliolog-Anfänger (und auch für Anleitende) oft sehr schwierig und ich wußte, daß etwa drei Leute schon Vorerfahrungen mit Bibliolog haben.

Zwischen dem Begräbnis von Jesus am Ende von Kapitel 19 des Johannesevangeliums und der Auferstehungserfahrung in Kapitel 20 erzählt das Johannesevangelium nichts – auch nicht die anderen Evangelien. Hier bleibt eine Lücke. Die christliche Tradition hat diese Lücke später bei einem Konzil gefüllt mit der Formulierung, die heute im christlichen Glaubensbekenntnis gesprochen wird: Hinabgestiegen in das Reich des Todes.

So habe ich mich gefragt, wo es eine Geschichte in der Bibel gibt, die uns bei der Annäherung an diese Lücke hilft, wo die Erfahrung des Karsamstag (Todesnähe, Verwundbarkeit, Ausgesetzt sein, Schmerz, Verlassenheit, Klagen, Schreien) sich spiegeln oder verdichten. Ich habe sie in der Verteibung von Hagar und Jischmael (Genesis 21, 8 – 19) gefunden. Aber ob ich das den Teilnehmenden zumuten kann? Andererseits: Wenn ein Oasentag auf dem Karsamstag fällt, dann liegt es eigentlich nahe die Grundthemen dieses Tages aufzunehmen und sich in irgend einer Form darauf zu beziehen.

Wir haben uns also vorwiegend aus der Perspektive der Hagar an das Geschehen angenähert mit Fragen zu folgenden Grunderfahrungen in der Geschichte:

– Abwertung und Verrat (Sarah spricht abschätzig über Hagar und Jischmael, der rechtlich ihr Sohn ist)
– Forderung von Sarah an Abraham ihre Sklavin Hagar in die Wüste (in den Tod) zu schicken
– Ausgestossen sein in die Wüste – Herumirren – ausgesetzt sein – verwundbar sein
– vom Weinen Hagars und vom Schreien Jischmaels
– Im Angesicht des Todes (Jischmael unter dem Busch und Hagar in Sichtweite)
– Hagars Augen werden geöffnet und der Brunnen in der Wüste wird sichtbar

Besonders nah ging mir im anschließenden Austausch der Beitrag eines Teilnehmers, der den Bibliolog schweigend vollzogen hat: „Der Brunnen mit dem Wasser war die ganze Zeit da – auch wenn Hagar ihn noch nicht sehen konnte“. Ich denke, das ist ein Schlüsselsatz, um nicht – fast hätte ich geschrieben „im Vordergründigen“ – hängenzubleiben. Aber Leiden ist niemals nur „vordergründig“.

Ich habe dadurch verstanden, was Alfred Delp (SJ) gemeint haben könnte, wenn er im Gefängnis vor seiner Hinrichtung in Plötzensee schrieb:

„Die Welt ist Gottes voll. Aus allen Poren quillt er gleichsam uns entgegen. Wir aber sind oft blind. Wir bleiben in den schönen und in den bösen Stunden hängen und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt, an dem sie aus Gott herausströmen. Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend. In allem will Gott Begegnung feiern und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort. Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir oft gesucht haben“.

Ich habe mir bis zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen können, was mit „Brunnenpunkt“ gemeint sein könnte (eine Wortschöpfung von Delp). Und oft erscheint es mir das Reden von Christen, die von Ostern sprechen und daß es ohne Karfreitag keine Auferstehung gäbe, eher als eine Art Sprachhülle. Es ist schwer Karsamstag, in dem ja der Karfreitag nachklingt, auszuhalten.

Im Rückblick bin ich mir unsicher, ob ich den Teilnehmenden am Oasentag nicht zuviel zugemutet habe.

Nun ist dieser kurze Gruß doch etwas länger geworden und ich wünsche Dir gesegnete Ostern

Wir Juden beginnen heute abend den siebten Tag von Pessach – ein besonderer Tag, weil nach der jüdischen Tradition an diesem Tag der Durchzug durch das Rote Meer geschah. Das Meer teilte sich erst als Nachschon, der als erster ins Wasser gegangen ist, bis zum Hals im Wasser stand. Beim nächsten Schritt – so erzählt der Midrasch – wäre er versunken wenn nicht die Wasser zurückgewichen wären.

Herzliche Grüße

I.

Im Nachhinein denke ich, daß ich mit einer Gruppe, die ich kenne und die mich kennt, den Bibliolog am Gleis 17 machen würde.

Zum Weiterlesen noch ein Artikel vom Theosalon-Blog, der mich bei der Bibliolog-Vorbereitung inspiriert hat:
Mein Vertrauter ist nur noch Finsternis – Mit Wolfgang Herrndorf Karfreitag verstehen