Emmaus – Postings

Kirchenfenster zu Emmaus von Evelyn Körber im St. Anna Hospital in Wanne Eickel

Kirchenfenster zu Emmaus von Evelyn Körber im St. Anna Hospital in Wanne Eickel

(Copyright: Nepomuk von hier)

Aufgrund der häufigen Suchanfragen nach Bibliologen zu Emmaus ist das einen eigenen Blogeintrag wert. Hier also alle Postings, in denen „Emmaus“ eine Rolle spielt

Unterwegs nach Emmaus – ein interreligiöser Dialog (Teil 1) ist hier zu finden. Ich benenne einige Vorüberlegungen bei der Vorbereitung einer interreligiösen Bibliolog-Werkstatt zu diesen Text. Weiterführende Überlegungen, sprachlich interessante Details zu dieser Geschichte und einige Rückmeldungen von Teilnehmenden sind im Posting Unterwegs nach Emmaus – ein interreligiöser Dialog (Teil 2) hier nachzulesen.

Weil „Emmaus“ (in Kombination mit Jünger – Gang nach – Emmausgeschichte) ein beliebter Suchbegriff ist, taucht Emmaus auch in einigen Wortwolken auf. Das sieht dann so oder so oder so oder im März 2013 so aus.

Mein Blog-Experiment „Bibliolog zu Emmaus„, in dem ich den Leserinnen und Lesern das Angebot mache, deren Bibliologe offline zu kommentieren, ist hier zu finden.

Auch in der Liste über „beliebteste Texte für Bibliolog-Anfänger“ findet sich die Emmausgeschichte, wobei ich finde, daß sie für Anfänger nicht ganz einfach – also schon gehobenes Niveau ist, weil wegen der Textlänge einiges erzählt werden muss. Das tut der Beliebtheit aber keinen Abbruch. Ich habe in jedem Grundkurs, der in der Passionszeit statfindet, mindestens eine Person, die einen Bibliolog zu dieser Geschichte entwickelt, wobei ein Kurs, in dem drei Bibliologe zu Emmaus stattfanden, mir deswegen besonders in Erinnerung geblieben ist.

Die Terminankündigungen zur interreligiösen Bibliologwerkstatt liste ich hier nicht auf.

Eine Suchanfrage in den letzten Tagen fand ich noch interessant: Bibliolog – Emmaus – mit Grundschulkindern. Davon würde ich eher abraten. Wer nach „Grundschulkindern“ fragt, denkt meist an Religionsunterricht oder einen Schulgottesdienst. Bei der Emmausgeschichte spielt das Thema „Begegnung“ und das Thema „Trauer“ eine zentrale Rolle. Beim Bibliolog werden immer auch biografische Erfahrungen der Teilnehmenden wachgerufen. Bei einer Religionsstunde, in der die Möglickeit zum Nachgespräch nur sehr eingeschränkt gegeben ist und in einem Schulgottesdienst, in dem überhaupt keine Möglichkeit zum Nachgespräch zur Verfügung steht, finde ich es theologisch, religionspädagogisch und seelsorgerlich nicht zu verantworten, wenn ein so massives Thema auf dieser persönlichen Ebene angesprochen wird. Wir wissen nicht, welche Kinder mit welchen Verlusten von nahen Menschen im Unterricht bzw. im Gottesdienst sitzen.

Vor vielen Jahren habe ich ein Grundschulkind erlebt, dessen Vater vor drei Jahren verstorben war und das im Bereich Sachkunde einen Übertrittstest für das Gymnasium zu einer Geschichte „Elefantenjagd in Sumatra“ absolvieren sollte. Die Geschichte war aus der Perspektive eines kleinen Elefanten erzählt, der bei einer solchen Elefantenjagd erlebt, wie seine Mutter getötet wird. Diese Geschichte brachte die eigene Trauer des Kindes so intensiv hervor, daß es bei diesem Test – obwohl es sonst in Sachkunde und Deutsch gut war -, die Fragen nicht beantworten konnte.

Einige Übersetzungen der Emmaus-Geschichte: Volxbibel, NGÜ (Neue Genfer Übersetzung), Hoffnung für alle,Gute Nachricht, Basisbibel (mit Worterklärungen im Text

Eine Aktualisierung der Emmausgeschichte findet man im Lectio-Brevior-Blog.

Eine sehr eindrücklich Emmaus-Darstellung fand ich in einem Glasmalereizyklus von Evelyn Körber und zwar hier im Rahmen eines modernen Kreuzweges.

Im März 2015 habe ich im Rahmen von Exerzitien auf der Straße einen Bibliolog zur Emmaus-Geschichte durchgeführt. Mehr dazu hier

Zum Weiterlesen:
Warum es im Internet keine Vorlagen oder Entwürfe für Bibliologe gibt

Werbeanzeigen

Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich …

Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich. (Dschingis Aitmatov) So wird der Schriftsteller oft zitiert. Im Netz habe ich den Zusammenhang des Zitats gefunden:

„Удивительной силой обладают книги большого художника. Ты открываешь их, а они тебя…“ Чингиз Айтматов, Высказывания о творчестве Мухтара Ауэзова.
„Die Bücher eines großen Schriftstellers besitzen eine erstaunliche Macht. Du öffnest sie, und sie öffnen dich…“
Ich hoffe, das stimmt so, denn die Orginalsprache beherrsche ich nicht, und ich würde auch nicht – wie das verkürzte Zitat oben es nahelegt – sagen, daß alle Bücher eine/n öffnen.

Selbst wenn man die Bibel „nur“ als große Literatur sieht, gibt dieser Satz von Aitmatiov eine Richtung an, für die ich im jüdischen Schriftverständnis eine Parallele finde.

Kinderbibelausgaben in einer Bibliothek

Ein Rabbiner aus meinem Bekanntenkreis stellt den Jugendlichen, die er auf die Bar oder Bat Mizwa vorbereitet und die sich dafür mit einem bestimmten Wochenabschnitt aus der Torah (5. Bücher Mose) vorbereiten, immer die folgende Frage: „So what is this Torah saying about you? When has this Torah you’re telling me about been a part of your life?“ Mit „this Torah“ ist genau der Abschnitt gemeint, mit dem sich die Jugendlichen durch intensive Vorbereitung etwa ein Jahr lang auseinandersetzen. Es ist insofern auch „ihre Torah“ als die Bar oder Bat Mizwa am Schabbat nach dem 13. (bei Jungen) bzw. 12. (bei Mädchen) Geburtstag stattfindet. Man weiß also schon bei der Geburt eines Menschen, was sein / ihr Text sein wird. Und auch Menschen, die keine Bar / Bat Mizwa-Feier haben konnten, schauen gern nach, welches „ihre“ Parascha (Wochenabschnitt) ist.

Ich finde, daß diese Rabbiner-Frage etwas sehr Öffnendes hat: Wann hast Du erlebt, daß dieser Text ein Teil Deines Lebens war, etwas mit Dir zu tun hatte. Diese Frage kann man im Grund genommen zu jedem Bibeltext stellen, mit dem man sich beschäftigt oder sich diese Frage vom Bibeltext stellen lassen. Das ist es auch, was Bibliolog ermöglicht und eröffnet: Wir finden den Text in uns und uns im Text.