Bibliolog zweisprachig

Peter und Susan Pitzele

Von Mitte bis Ende März waren Peter und Susan Pitzele in der Schweiz unterwegs. Mehrere Seminar- und Vertiefungstage mit unterschiedlichen Gruppen sowie die Präsentation einer deutschen Ausgabe von Peter Pitzeles Buch (dazu später mehr) standen auf dem Programm.

Für Samstag den 31. März war ein Tagesseminar „Bibliolog als zeitgenössischer Midrasch und kontextuelle Bibelauslegung“ an der evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Basel geplant. Obwohl viel dafür geworben wurde, kamen außer den Organisatoren leider nur 9 Teilnehmende, diese jedoch aus der ganzen Schweiz. Ich hatte mich am Tag zuvor von Berlin aus auf den Weg gemacht. Aus der Ausschreibung war nicht ersichtlich, daß das Seminar auf englisch stattfinden würde, da Peter und Susan Pitzele kein Deutsch sprechen. So war eine Teilnehmende gekommen, die kein Englisch sprach und nur einzelne Worte verstand. Deshalb wollte die junge Frau nach einer kurzen Einführung gehen.

Ich bat sie – falls es wirklich nur an den mangelnden Sprachkenntnissen liegen sollte – zu bleiben; wir würden sicher eine Möglichkeit finden, den Bibliolog so laufen zu lassen, daß sie teilnehmen kann. Nach einer Vorstellungsrunde und einer Anwärmübung, die zum Bibliolog hinführte machten wir erst einmal eine Pause mit Kaffee und Croissants.

Peter Pitzele bat mich, den Bibliolog zum Buch Ruth nicht nur zu übersetzen, sondern gemeinsam mit ihm zu leiten. Zuerst übersetzte ich jede Äußerung. Das machte den Ablauf des Bibliologs etwas schwerfällig, denn nach der Teilnehmeräußerung wurde diese übersetzt. Dann kam das Echoing dieser Äußerung. Diese wurde auch wieder übersetzt, dann ging es weiter. Ich stieg dann darauf um, erst nach dem Echoing zu übersetzen und zwar eine Zusammenfassung von der ursprünglichen Äußerung des Teilnehmenden und dem Echoing. Dabei muß man einen Kompromiß finden zwischen dem sprachlichen Duktus der Teilnehmeräußerung und des Echoing.

Eine zusätzliche Ebene kam dadurch ins Spiel, daß ich auch Fragen zum Text entwickelte und stellte. Dieses Vorgehen war nur möglich, weil ich bereits vor einigen Jahren im Rahmen eines Pessach-Seders mit Peter Pitzele zusammen einen Bibliolog angeleitet habe – damals allerdings einsprachig englisch. Für mich war beim Workshop in Basel besonders wichtig, daß der Bibliolog inklusiv war, also auch der Teilnehmerin, die nicht Englisch sprach, ein Mitmachen ermöglichte.

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Finnisch-deutscher Gottesdienst mit Bibliolog

Am Sonntag, den 27. März um 15.00 h findet ein finnisch-deutscher Gottesdienst mit Bibliolog zum Thema „Liebe im Alltag – Alltag in der Liebe“ in der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg, Marheinekeplatz 1, mit Pfarrerin Päivi Lukkari statt. Der zugrunde liegende Bibeltext ist die erste Begegnung von Isaak und Rebekka im 1 Buch Mose, Kap 24,62-67.
„Isaak wohnte zu der Zeit im Süden des Landes. Er kam gerade zurück von dem Brunnen, der den Namen „Brunnen des Lebendigen, der mich sieht“ trägt, und machte abends noch einen Spaziergang, um nachzudenken und zu beten. Da sah er auf einmal Kamele kommen. Auch Rebekka hatte Isaak entdeckt. Schnell sprang sie vom Kamel herunter und fragte den Knecht: „Wer ist dieser Mann, der uns da entgegenkommt?“ „Er ist der Sohn meines Herrn“,1 antwortete er. Da verhüllte sie ihr Gesicht mit dem Schleier. Der Knecht erzählte Isaak vom Verlauf der Reise. Isaak brachte Rebekka in das Zelt, in dem seine Mutter gelebt hatte. Er nahm sie zur Frau und gewann sie sehr lieb. So wurde er über den Verlust seiner Mutter getröstet.“

Nachtrag: Wegen eines Todesfalles in der Gemeinde wird der Bibliolog verschoben.