Bibel interaktiv in Evas Arche

am Donnerstag 20. November um 19.00 h werde ich im ökumenischen Frauenzentrum den erfahrungsbezogenen Ansatz „Bibel interaktiv“ vorstellen. Diese Form mit der Bibel umzugehen eigenet sich auch für sehr große Gruppen und kommt gut bei Jugendlichen an. Auch wenn man nicht sicher ist, ob Bibliolog für eine Gruppe geeignet ist,ist „Bibel interaktiv“ eine gute Möglichkeit das zu testen. Bibel interaktiv ist deutlich von Bibliolog und Bibliodrama inspiriert, jedoch bedarf es keiner eigenen Ausbildung. Das ökumenische Frauenzentrum Evas Arche befindet sich in der Großen Hamburger Straße 28 in Berlin-Mitte. Die Teilnahme ist kostenlos.

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Gedanken von Noahs Schwiegertochter …

Noahs Arche in Evas Arche: Ökumenisches Frauenzentrum bietet interreligiösen Bibliolog an

so ist ein Artikel in der aktuellen Ausgabe (Pfingsten) der katholischen Kirchenzeitung „Tag des Herrn“ überschrieben. Fast hätte ich ihn überlesen, denn ich hatte im Berliner Regionalteil nachgesehen und nicht auf Seite 1, wo im oberen Teil über den Katholikentag in Regensburg berichtet wird.

Evas Arche Logo Vor einigen Monaten verabredete ich mit Anne Borucki-Voss, der teheologischen Referentin von Evas Arche einen interreligiösen Bibliolog. Anlaß war die Ankündigung des Films „Noah“. Mit dem folgenden Text wurde zur Veranstaltung eingeladen:

Interreligiöser Bibliolog
Noahs Arche in Evas Arche – die zweite Chance

Was hat Noah und seine Familie in der Arche bewegt? Wie gestaltete sich der Neuanfang nach der Katastrophe? Die jüdische Tradition sieht kritisch, dass Noah seinen Mitmenschen gegenüber geschwiegen hat, als Gott ihm die Anweisung zum Bau der Arche gab. Ist Noah in der christlichen Tradition ein Schweigender oder ein Sprechender? Mit welchen Folgen? Da Muslime die Landung der Arche mit dem Aschura-Fest feiern, gibt es eine Kostprobe vom „Festmahl des Noah“.
Mit Iris Weiss, jüdische Bibliolog-Trainerin
In Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk

Nun ist es bei offenen Veranstaltungen so eine Sache. Man weiß vorher nicht, wer kommt und wie bunt die Mischung sein wird. Ich verbreite auch über meinen Mailverteiler Bibliolog-Veranstaltungen in Berlin. An diesem Abend gehörten alle anwesenden Frauen außer mir verschiedenen christlichen Konfessionen an. Auch eine Mitarbeiterin der katholischen Kirchenzeitung war dabei. Sie hat folgenden Artikel verfaßt, der leider nicht online zur Verfügung steht:

Die Geschichte von Noah und seiner Arche steht in jeder Kinderbibel. Somit ist weitestgehend bekannt, dass Gott die Erde überflutet hat, um sie von den schlechten Menschen zu befreien und dass nur Noahs Familie und viele Tierarten die Katastrophe in der Arche überlebten. Doch was hat Noah und seine Familie in der Arche bewegt? Wie gestaltete sich der Neuanfang nach der Flut? Das sind die Fragen die Iris Weiss, in ihrem Bibliolog (unterstützt vom Katholischen Bildungswerk) im ökumenischen Frauenzentrum Evas Arche in Berlin-Mitte von den Teilnehmerinnen beantwortet haben wollte.

„Ich lese einen kurzen Abschnitt aus der Bibel vor und dann stelle ich eine Frage“, erläutert die Bibliolog-Ausbilderin. „Die Frage kann sich an einen Menschen, ein Tier oder auch an einen Gegenstand oder eine Eigenschaft richten.“ Wer mag kann sich melden und in dieser Rolle antworten.

„Warum folgt mein Mann der Idee seines Vaters?“

Und so fragt sie eine der Ehefrauen von Noahs Söhnen, wie sie darüber denkt, dass sie in der Arche leben muß. „Ich will da nicht rein. So schlimm wird diese Flut schon nicht sein“, antwortet eine Teilnehmerin. „Ich als Frau kann da nichts machen, aber ich verstehe meinen Mann nicht, warum er sich so bedingungslos der Idee seines Vater hingibt“.

Weiss wiederholt, was die Teilnehmerinnen sagen, um ihre Worte zu vertiefen und zu klären. Wenn niemand etwas ergänzen möchte, hält sie inne, bedankt sich bei der entsprechenden Rolle und liest weiter.

Interreligiös ist dieser Bibliolgo, weil sie auch von der Sicht anderer Religionen auf die Geschichte von der Arche Noah erzählen kann: „Die jüdische Tradition sieht kritisch, dass Noah seinen Mitmenschen gegenüber geschwiegen hat, als Gott ihm die Anweisung zum Bau der Arche gab“, heißt es in der Ankündigung und dass die Muslime ein eigenes Festessen, das Aschura-Fest begehen, weil an diesem Tag die Arche zum ersten Mal wieder auf Land gestoßen sein soll.

Jüdische Kenntnisse der Leiterin und einer Teilnehmerin

Weiss hat zu unterschiedlichen Aspekten der jüdischen Geschichte und Gegenwart Berlins gearbeitet. Unter den Teilnehmern ist auch eine Frau, die Judaistik studiert hat. In der Gesprächsunde nach dem Bibliolog gibt sie zu bedenken, daß sie sich nicht vorstellen kann. dass Noah zu der Arche geschwiegen hat: „Die Mitmenschen müssen sich doch gewundert haben, was für ein riesiges Schiff erbaut. Er kann es doch unmöglich alleine oder gar heimlich gebaut haben“.

Die Idee für einen Bibliolog stammt von einem amerikanischen Juden, Peter Pitzele. Er hat sie im Rahmen der praktischen Ausbildung von konservativen Rabbinern am Jewish Theological Seminary entwickelt.

So weit der Artikel, dessen erster Teil mir gut gefallen hat. Beim zweiten Teil habe ich einige Bauchschmerzen, denn ein Bibliolog ist aus meiner Sicht nicht deshalb interreligiös, weil die Anleiterin etwas über Judentum erzählen kann (jüdische Kenntnisse der Leiterin und einer Teilnehmerin), sondern weil Menschen, die in unterschiedlichen religiösen Traditionen leben und aus der Erfahrung und Kenntnis dieser Traditionen in ein Gespräch über die unterschiedlichen Wahrnehmungen des Textes und die eigenen Prägungen eintreten: Die Teilnehmenden als Christinnen unterschiedlicher Denominationen und ich als Jüdin.

Spannend wurde es noch beim Nachgespräch darüber, was es in der jüdischen Tradition bedeutet, daß Noah nicht so hoch geschätzt wird wie Abraham, der für die Menschen aus Sodom mit G-tt verhandelt hat. Ein solches Verhandeln für seine Mitmenschen ist von Noah nicht überliefert.

Gerne hätte ich noch muslimische Gesprächspartnerinnen dabei gehabt, denn der Koran erzählt, wie Noah die Menschen vor der Flut gewarnt hat und dass auf der Arche noch andere Menschen neben seinen Familienmitgliedern waren und überlebt haben – ja sogar ein Sohn von Noah war nicht auf der Arche.

Erstveröffentlichung des Artikels: Tag des Herrn, Ausgabe vom 8. Juni 2014, Seite 1

Bibliolog-Termine April 2013 in Berlin und Potsdam

Evas Arche Logo In diesem Jahr bietet das ökumenische Frauenzentrum Evas Arche in Berlin-Mitte eine Reihe mit dem Thema „Heilungserzählungen der Bibel – Annäherungen mit verschiedenen Methoden“ an. Die Abende finden alle zwei Monate montags statt. Im Mittelpunkt stehen unterschiedliche Zugänge zum Erschließen biblischer Texte (Bibliolog, Bibliodrama, feministisch-befreiungstheologische Impulse, sozialgeschichtliche Auslegung…).

Am Montag, den 22. April um 19.00 h werde ich die Geschichte von Elischa, der Witwe und dem Öl (2 Könige 4) mit einem Bibliolog und Midrasch erschließen. Neben der (Heilungs-)Geschichte an sich wird ein wichtiger Aspekt sein, wie der Midrasch die Wahrnehmung der Geschichte prägt.

Ort: Ökumensches Frauenzentrum Evas Arche, Große Hamburger Straße 28,
10115 Berlin (neben der jüdischen Oberschule)
(S-Bahn Hackescher Markt, Oranienburger Straße; U 8 Weinmeisterstraße, U 6 Oranienburger Tor)

Zum Weiterlesen: schwarzes Feuer – weißes Feuer

Logo Spielmarkt Potsdam

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Am 26. und 27. April von 10.00 – 18.00 Uhr findet in Potsdam auf der Insel Hermannswerder der 23. internationale Spielmarkt Potsdam unter dem Thema „Phantasie – Schlüssel zur Welt“ statt. Dort werde ich eine Bibliolog-Form vorstellen, die ich speziell für Jugendliche entwickelt habe und zwar am

Samstag 27. April um 12.00 Uhr: Kino im Kopf – Jesus haut ab (Luk 2) – etwas konventioneller unter dem Titel „der 12jährige Jesus im Tempel“ bekannt. Der Spielmarkt findet auf dem Gelände der Hoffbauer Stiftung statt.
Hoffbauer Stiftung, Hermannswerder 7
14473 Potsdam
(S-Bahn Potsdam Hauptbahnhof, Buslinie 693 bis Küsselstrasse, dann die Allee hinuntergehen Richtung Kirche)
Mehr zum Spielmarkt in Potsdam findet man hier