Biblische Räume öffnen …

Titelblatt

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heißt eine Beilage der katechetischen Blätter 3/14 – also der aktuellen Ausgabe, die sich mit Bibliolog im Religionsunterricht der Grundschule und methodischen Alternativen beschäftigt. Das „Praxisheft möchte die stärken von bibliologischem Entdecken aufzeigen. Was es jedoch nicht leisten kann, ist die schrittweise Anleitung zur Vorbereitung und Durchführung eines Bibliologs“ schreibt die Autorin Dorothea Kleele-Hartl in ihrer Einführung. Am Beispiel der Jüngerberufung in Markus 1,16 – 20 führt sie in religionspädagogische Überlegungen ein. Danach folgen methodisch-didaktische Anregungen mit Rollen zu arbeiten sowie deren Möglichkeiten und Grenzen. Außerdem zeigt sie Alternativen auf sowie Möglichkeiten im Anschluß an den Bibliolog weiterzuarbeiten. Das Heft im Format DIN A 5 hat 15 Seiten und ist zu beziehen beim Deutschen Katecheten-Verein e.V. Preysingstraße 97 81667 München http://katecheten-verein.de

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Emmaus – Postings

Kirchenfenster zu Emmaus von Evelyn Körber im St. Anna Hospital in Wanne Eickel

Kirchenfenster zu Emmaus von Evelyn Körber im St. Anna Hospital in Wanne Eickel

(Copyright: Nepomuk von hier)

Aufgrund der häufigen Suchanfragen nach Bibliologen zu Emmaus ist das einen eigenen Blogeintrag wert. Hier also alle Postings, in denen „Emmaus“ eine Rolle spielt

Unterwegs nach Emmaus – ein interreligiöser Dialog (Teil 1) ist hier zu finden. Ich benenne einige Vorüberlegungen bei der Vorbereitung einer interreligiösen Bibliolog-Werkstatt zu diesen Text. Weiterführende Überlegungen, sprachlich interessante Details zu dieser Geschichte und einige Rückmeldungen von Teilnehmenden sind im Posting Unterwegs nach Emmaus – ein interreligiöser Dialog (Teil 2) hier nachzulesen.

Weil „Emmaus“ (in Kombination mit Jünger – Gang nach – Emmausgeschichte) ein beliebter Suchbegriff ist, taucht Emmaus auch in einigen Wortwolken auf. Das sieht dann so oder so oder so oder im März 2013 so aus.

Mein Blog-Experiment „Bibliolog zu Emmaus„, in dem ich den Leserinnen und Lesern das Angebot mache, deren Bibliologe offline zu kommentieren, ist hier zu finden.

Auch in der Liste über „beliebteste Texte für Bibliolog-Anfänger“ findet sich die Emmausgeschichte, wobei ich finde, daß sie für Anfänger nicht ganz einfach – also schon gehobenes Niveau ist, weil wegen der Textlänge einiges erzählt werden muss. Das tut der Beliebtheit aber keinen Abbruch. Ich habe in jedem Grundkurs, der in der Passionszeit statfindet, mindestens eine Person, die einen Bibliolog zu dieser Geschichte entwickelt, wobei ein Kurs, in dem drei Bibliologe zu Emmaus stattfanden, mir deswegen besonders in Erinnerung geblieben ist.

Die Terminankündigungen zur interreligiösen Bibliologwerkstatt liste ich hier nicht auf.

Eine Suchanfrage in den letzten Tagen fand ich noch interessant: Bibliolog – Emmaus – mit Grundschulkindern. Davon würde ich eher abraten. Wer nach „Grundschulkindern“ fragt, denkt meist an Religionsunterricht oder einen Schulgottesdienst. Bei der Emmausgeschichte spielt das Thema „Begegnung“ und das Thema „Trauer“ eine zentrale Rolle. Beim Bibliolog werden immer auch biografische Erfahrungen der Teilnehmenden wachgerufen. Bei einer Religionsstunde, in der die Möglickeit zum Nachgespräch nur sehr eingeschränkt gegeben ist und in einem Schulgottesdienst, in dem überhaupt keine Möglichkeit zum Nachgespräch zur Verfügung steht, finde ich es theologisch, religionspädagogisch und seelsorgerlich nicht zu verantworten, wenn ein so massives Thema auf dieser persönlichen Ebene angesprochen wird. Wir wissen nicht, welche Kinder mit welchen Verlusten von nahen Menschen im Unterricht bzw. im Gottesdienst sitzen.

Vor vielen Jahren habe ich ein Grundschulkind erlebt, dessen Vater vor drei Jahren verstorben war und das im Bereich Sachkunde einen Übertrittstest für das Gymnasium zu einer Geschichte „Elefantenjagd in Sumatra“ absolvieren sollte. Die Geschichte war aus der Perspektive eines kleinen Elefanten erzählt, der bei einer solchen Elefantenjagd erlebt, wie seine Mutter getötet wird. Diese Geschichte brachte die eigene Trauer des Kindes so intensiv hervor, daß es bei diesem Test – obwohl es sonst in Sachkunde und Deutsch gut war -, die Fragen nicht beantworten konnte.

Einige Übersetzungen der Emmaus-Geschichte: Volxbibel, NGÜ (Neue Genfer Übersetzung), Hoffnung für alle,Gute Nachricht, Basisbibel (mit Worterklärungen im Text

Eine Aktualisierung der Emmausgeschichte findet man im Lectio-Brevior-Blog.

Eine sehr eindrücklich Emmaus-Darstellung fand ich in einem Glasmalereizyklus von Evelyn Körber und zwar hier im Rahmen eines modernen Kreuzweges.

Im März 2015 habe ich im Rahmen von Exerzitien auf der Straße einen Bibliolog zur Emmaus-Geschichte durchgeführt. Mehr dazu hier

Zum Weiterlesen:
Warum es im Internet keine Vorlagen oder Entwürfe für Bibliologe gibt

Frage 8: Ab welchem Alter geht Bibliolog mit Kindern ?

Fragezeichengruppe 2Um an einem Bibliolog teilzunehmen sind einige Grundfähigkeiten nötig, die Kinder meist in der ersten Hälfte des zweiten Schuljahres gut beherrschen, wie etwa sich melden, wenn man etwas sagen möchte oder abwarten können bis man mit dem Sprechen dran ist. Meist ist das während des ersten Halbjahres der zweiten Klasse der Fall. Trotzdem kann es von Schülergruppe zu Schülergruppe bzw. Kindergruppe zu Kindergruppe große Unterschiede geben. Günstig ist es, wenn Kinder Rituale kennen, weil Bibliolog ein in sich abgeschlossenes Ritual ist.

Mit einer Trainerkollegin habe ich einen Bibliolog in der zweiten Grundschulklasse einer katholischen Schule gemacht. Für alle Kinder war es die erste Erfahrung, die sie mit Bibliolog gemacht haben. Wir waren für sie Besuch, also keine regulären Lehrpersonen. Die normale Sitzordnung in der Klasse war in Tischgruppen mit einer freien Fläche in der Mitte des Klassenzimmers. Für den Bibliolog wollten wir lieber einen Stuhlkreis haben. Allein in der Art, wie die Klassenlehrerin das Aufstellen des Stuhlkreises angeleitet hat und welche Ruhe darin blieb, machte uns deutlich, daß die Kinder mit Ritualen vertraut sind. Wir waren sehr überrascht, daß wir 1 1/4 Stunden am Stück mit den Kindern bibliologisch arbeiten konnten. Eigentlich wollten wir zwei kürzere bibliologische Sequenzen mit einer kreativen Phase dazwischen machen. Da die Kinder so begeistert und intensiv dabei waren, haben wir sogar noch die Geschichte (Jona) mit einem nicht-narrativen Text kombiniert.

Drei Wochen später war ich in einer freikirchlichen Kindergruppe eingeladen. Die Kinder stammten aus dem gleichen sozialen Milieu wie die in der katholischen Grundschule, waren allerdings etwas älter (neun bis zwölf Jahre). Ich war davon ausgegangen, daß es mit diesen etwas älteren Kindern einfacher sein würde. Darin sollte ich mich getäuscht haben. Es war der gleiche Text und die gleichen Fragen – ohne den nicht-narrativen Text. Die freikirchlichen Kinder taten sich sehr viel schwerer als die aus der katholischen Grundschulklasse.

Gern wird Bibliolog auch im Schulgottesdienst gemacht. Ich habe keine Erfahrungen damit, aber viele positive Berichte gehört. Wenn Bibliolog im Familiengottesdienst angeboten wird, hören kleinere Kinder (jünger als Grundschulalter) gern zu und äußern sich auch gelegentlich – jedoch eher selten.

Nachtrag: Bibliolog im Kindergarten:
Bibliolog im Kindergarten scheint mir eher unrealistisch, denn die hierfür erforderlichen Fähigkeiten dürften nur einzelne Kinder im Kindergartenalter haben. Ich höre immer wieder Erzählungen über „Bibliolog im Kindergarten“. Auf intensives Nachfragen stellt sich dann heraus, daß es sich nicht um eine klassische Kindergartensituation (altersgemischte Gruppe von 3 – 6jährigen Kindern) gehandelt hat, sondern daß es eine Vorschulgruppe kurz vor dem Schuleintritt war und zwei Erwachsene dabei waren, wovon eine/r „disziplinarisch“ dafür sorgte, daß überhaupt etwas Bibliologähnliches stattfinden konnte. Da man im Kindergarten nicht an die 45-Minuten-Takte von Schulstunden gebunden ist und viel Freispielzeit hat, will mir auch nicht einleuchten, was der „Mehrwert“ eines Bibliologs in diesem Setting im Vergleich zu Rollenspielformen sind, die bei Kindergartenkindern im allgemeinen sehr beliebt sind.

Bei Erzieherinnenfortbildungen finde ich Bibliolog eine sehr gute Möglichkeit, um biblische Texte einzuführen und „von innen“ wahrzunehmen und so Erzieherinnen einen Ausgangspunkt zu geben, von dem aus sie dann schauen, wie sie mit der Geschichte im Kindergartenalltag weitermachen. Solche Fortbildungsangebote gibt es in Berlin im Kirchenkreis Neukölln von Pfarrerin Ingrid Schröter, die für die religionspädagogische Fortbildung von Fachkräften in evangelischen Kindertagesstätten ist.