Wo einst der Tempel in Jerusalem stand …

Screenshot: Videoblog tagesschau.de

Screenshot: Videoblog tagesschau.de

… steht heute der Felsendom. Dort, wo der Felsen ist, ist nach jüdischem Verständnis der Ort, an dem G-tt die Welt erschaffen hat und Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte. Von dort aus soll Mohammed nach der muslimischen Tradition in den Himmel aufgefahren sein.

Ein Videoblog der Tagesschau-Redaktion „Zwischen Mittelmeer und Jordan“ erschließt diesen Ort oberirdisch, unterirdisch und mit Videoanimationen sowie seine Bedeutung in Judentum Christentum und Islam.

Unterirdisch kann man noch Orginalsteine vom Tempel in voller Größe sehen. Dort war an der Westmauer auch der Marktplatz, wo Jesus die Händler vertrieb. Das Video ist sehr informativ und dauert etwa siebeneinhalb Minuten.

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Gewalt-Texte im Bibliolog

Im Nachgespräch der interreligiösen Bibliolog-Werkstatt zu den „drei Jünglingen im Feuerofen“ (Daniel Kap. 3) kam die Frage auf, ob dieser Text überhaupt bibliologtauglich ist wegen der doch sehr gewalttätigen Bilder von der Szene im Feuerofen und den Wächtern, die dabei umkommen.

Die Frage ist sehr berechtigt und ich denke, daß dieser Text nur in sehr speziellen Situationen angeleitet werden sollte. Meist ist es ja im kirchlichen Kontext so, daß Bibliolog gemacht wird um ein Thema zu eröffnen und in den wenigsten Fällen angekündigt wird. Da Bibliolog davon lebt, daß die persönliche Erfahrungsebene bei den Teilnehmenden angesprochen wird, muß die Leitung immer im Blick haben, daß bei Teilnehmenden mit entsprechenden Vorerfahrungen Erinnerungen und Gefühle aktiviert werden, die im Rahmen des bibliologischen Geschehens nicht bearbeitet werden können – weil der Rahmen dafür fehlt.

Die interreligiöse Bibliolog-Werkstatt unterschiedet sich davon, weil hier schon immer im Voraus das Thema angekündigt ist und sich die Teilnehmenden bewußt entscheiden, an diesem Abend zu kommen.

Die Verantwortung der Leitung im Prozeß des bibliologischen Geschehens hat Peter Pitzele folgendermaßen beschrieben:

„Bibliolog entwickelt einen Teil seiner Kraft aus dem Nährboden der persönlichen Geschichte, die unterhalb unserer aktiven Interpretation liegt. Es ist weder meine Aufgabe als Leitung, diese tieferen Schichten der Erinnerung und der persönlichen Geschichte an die Oberfläche zu zerren, noch, sie deutlicher zu machen, als die Betreffenden es freiwillig anbieten. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe, diese Informationen zu unterdrücken. Meine Aufgabe ist es, dem Prozess zu vertrauen und durch meine Leitung und die von mir gesetzten Schranken sicherzustellen, dass diese Arbeit in interpretativem Spiel, die den Text und die Person miteinander verwebt, weder den Text noch die Person verletzt.“ (Scripture Windows, Übersetzung: Iris Weiss)

Wenn in einer besonderen Situation ein solcher Text bearbeitet wird, ist es wichtig die Fragen so zu formulieren, daß nicht in die Gewaltszene hinein gefragt wird, sondern die Gewaltszene wird erzählend zusammengefaßt oder vorgelesen. Sie bildet keinesfalls den Schwerpunkt des Bibliologs. In unserem Bibliolog ging es um Identität, Widerstand, Macht, Zivilcourage und Mitmachen gegen bessere Überzeugung. Ich hatte diesen Bibliolog nicht bewußt für den 30. Januar geplant, aber da er an diesem Tag stattfand, spielte in unserem Nachgespräch die Machtübernahme von Adolf Hitler und wie man nach der Schoah diesen Text lesen und verstehen kann, eine zentrale Rolle.

Texte, in denen ein Gewaltgeschehen eine zentrale Rolle spielt, sind nicht bibliolog-tauglich (z.B. „Opferung“ Isaaks, Kain und Abel (Brudermord), Vergewaltigung der Dinah oder Jephthas Tochter)

Frage 2: beliebteste Texte für Bibliologe

Seit ich diesen Beitrag gepostet habe, kommen 80 Prozent der Suchanfragen, die auf diesem Weblog landen, von Leuten, die anscheinend nach Bibliolog-Entwürfen suchen. Warum solche Bibliolog-Vorlagen im Internet nicht zu finden sind, habe ich hier beschrieben.

Was sind die beliebtesten Texte für Bibliolog-Anfänger?
Die folgenden Texte werden am häufigsten für erste Bibliologe gewählt:

aus der Hebräischen Bibel:
Eva und die Schlange (Genesis 3)
Noah baut eine Arche und die Flut kommt
Ruth, Noemi und Orpa (Ruth 1)
Jona und seine Berufung (Jona 1)
Jona in Ninive (Jona 3)
Abraham und Sarah ziehen nach Kanaan
Abraham und Lot trennen sich
Eliezer sucht für Isaak eine Frau und begegnet Rebekka am Brunnen
Esau verkauft sein Erstgeburtsrecht
Jakobs Kampf am Jabok
https://bibliologberlin.wordpress.com/2011/03/30/warum-es-im-internet-keine-vorlagen-oder-entwurfe-fur-bibliologe-gibt/
Jakob und Esau
die mutigen Hebammen Schifra und Puah und die Geburt von Moses
– Moses und sein Schwiegervater Jitro
der Auszug aus Ägypten (Passafest – Pessach)
– Samuels Berufung im Heiligtum von Silo (Schilo)
– Elia und die Witwe von Sarepta / Zarpat

aus dem Neuen Testament:
Maria besucht ihre Kusine Elisabeth
– der Besuch der drei Weisen aus dem Morgenland zur Geburt von Jesus
der zwölfjährige Jesus im Tempel
die Hochzeit von Kana
Berufung der Jünger
Jesus bei Martha und Maria in Bethanien
die Kindersegnung
– die Salbung in Bethanien von Jesus durch die Frau
– der Verrat von Petrus
zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus
– Heilung des blinden Bartimäus und andere Blindenheilungen
die Heilung der zehn Aussätzigen
– Heilung des Gelähmten, der von seinen Freunden zu Jesus gebracht wird und durch das Dach gelassen wird
– Heilung der gekrümmten Frau
– Heilung des fallsüchtigen Knaben / Jungen
Heilung am Teich Bethesda
– Speisung der 4000 bzw 5000 – wunderbare Brotvermehrung
– – der Fischzug des Petrus
Einzug von Jesus in Jerusalem
– die drei Frauen am leeren Grab von Jesus
Jesus beruft den Zöllner Levi
– der Vater und die beiden Söhne (der verlorene Sohn)
– das Gleichnis vom großen Gastmahl
das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg
Jesus zu Gast beim Zöllner Zachäus
– die Stillung des Sturmes
– Jesus und seine wahren Verwandten
Paulus und Silas im Gefängnis
– die Purpurhändlerin Lydia läßt sich taufen
der Hauptmann von Kaparnaum