interreligiöse Bibliolog-Werkstatt 2015

Im neuen Jahr geht es am Mittwoch 7. Januar mit der interrligiösen Bibliolog-Werkstatt weiter. Wir gehen ins achte Jahr. In diesem Jahr wird das Rahmenthema „Geschichten zu Scheitern und Neubeginn in heiligen Schriften von Juden, Christen und Muslimen“ sein.

Mi 7. Jan. 19.30 h: Adam, Eva und die verbotene Frucht (Gen 3)
11. Februar 19.30 h:  der gescheiterte Sohn  (Lukas 15)
25. Maerz 19.30 h:     Moses auf der Flucht (Exodus 2)
22. April 19.30 h:       Jakob am Jabbok (Genesis 32)
20. Mai 19.30 h:       Der Prophet Nathan stellt Koenig David zur Rede (2 Samuel 12)
17. Juni 19.30 h:      Josef im Brunnen  (Genesis 37)
15. Juli 19.30 h: Paulus, Silas und der Gefängniswärter von Philippi (Apg 16)

(9. September, 14. Oktober, 11. November, 9. Dezember)

Ort: Sprengelhaus, Sprengelstraße 15, 13353 Berlin (2. Hinterhof, 2. Etage – Aufzug links vom Hofeingang) / U 9 Amrumer Strasse oder U 6 Leopoldplatz

Kosten: Beitrag für Raumnutzung nach Selbsteinschätzung

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Aufgelesen (3): Rededication of Our Czech Torah Scroll

Screenshot Reb Jeff Blog

Screenshot Reb Jeff Blog

Weil Bibliolog seine Wurzeln in der jüdischen Hermeneutik (Schriftauslegung), in der Literaturwissenschaft (Rezeptionsästhetik) und im Psychodrama hat, geht es hier im Blog immer wieder um die Torah-Rolle und ihre Bedeutung im jüdischen Leben. In seinem Blog Reb Jeff beschreibt ein Gemeinderabbiner, welche Bedeutung eine Torahrolle in seiner Gemeinde hat. Diese besondere Torahrolle wurde vor der Schoah in einer kleinen Landgemeinde ver im heutigen Tschechien verwendet, die es heute nicht mehr gibt, denn alle dort lebenden Juden wurden ermordet.

Leider kann die Torah-Rolle nicht mehr im G-ttesdienst verwendet werden, weil sie nicht mehr koscher ist. Sie ist beschädigt und zwar in einem Ausmaß, daß sie nicht mehr repariert werden kann. Viele Buchstaben sind nicht mehr lesbar. Im Blog ist eine Stelle dieser in einer besonderen mystischen tschechischen Tradition geschriebenen Rolle zu sehen.

Auch ein kurzes Video über die Geschichte dieser Torah-Rolle ist eingebunden. Zum Orginalartikel von Reb Jeff geht es hier.

Zum Weiterlesen:
scwarzes Feuer und weißes Feuer im Bibliolog

Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich …

Du öffnest die Bücher und sie öffnen dich. (Dschingis Aitmatov) So wird der Schriftsteller oft zitiert. Im Netz habe ich den Zusammenhang des Zitats gefunden:

„Удивительной силой обладают книги большого художника. Ты открываешь их, а они тебя…“ Чингиз Айтматов, Высказывания о творчестве Мухтара Ауэзова.
„Die Bücher eines großen Schriftstellers besitzen eine erstaunliche Macht. Du öffnest sie, und sie öffnen dich…“
Ich hoffe, das stimmt so, denn die Orginalsprache beherrsche ich nicht, und ich würde auch nicht – wie das verkürzte Zitat oben es nahelegt – sagen, daß alle Bücher eine/n öffnen.

Selbst wenn man die Bibel „nur“ als große Literatur sieht, gibt dieser Satz von Aitmatiov eine Richtung an, für die ich im jüdischen Schriftverständnis eine Parallele finde.

Kinderbibelausgaben in einer Bibliothek

Ein Rabbiner aus meinem Bekanntenkreis stellt den Jugendlichen, die er auf die Bar oder Bat Mizwa vorbereitet und die sich dafür mit einem bestimmten Wochenabschnitt aus der Torah (5. Bücher Mose) vorbereiten, immer die folgende Frage: „So what is this Torah saying about you? When has this Torah you’re telling me about been a part of your life?“ Mit „this Torah“ ist genau der Abschnitt gemeint, mit dem sich die Jugendlichen durch intensive Vorbereitung etwa ein Jahr lang auseinandersetzen. Es ist insofern auch „ihre Torah“ als die Bar oder Bat Mizwa am Schabbat nach dem 13. (bei Jungen) bzw. 12. (bei Mädchen) Geburtstag stattfindet. Man weiß also schon bei der Geburt eines Menschen, was sein / ihr Text sein wird. Und auch Menschen, die keine Bar / Bat Mizwa-Feier haben konnten, schauen gern nach, welches „ihre“ Parascha (Wochenabschnitt) ist.

Ich finde, daß diese Rabbiner-Frage etwas sehr Öffnendes hat: Wann hast Du erlebt, daß dieser Text ein Teil Deines Lebens war, etwas mit Dir zu tun hatte. Diese Frage kann man im Grund genommen zu jedem Bibeltext stellen, mit dem man sich beschäftigt oder sich diese Frage vom Bibeltext stellen lassen. Das ist es auch, was Bibliolog ermöglicht und eröffnet: Wir finden den Text in uns und uns im Text.

Workshop: Schawuot und Pfingsten im Labyrinth des Lebens – Bibelgarten

labyrinthdeslebens.de

Die ganze Woche war das Wetter sehr feucht und wechselhaft gewesen, sodaß ich mehrmals gefragt wurde, ob unser Treffen überhaupt stattfinden könnte, aber dann war das Wetter ideal für einen Halbtagsworkshop im Labyrinth-des-Lebens-Bibelgarten. Gekommen waren zwanzig Teilnehmende aus verschiedenen christlichen Konfessionen sowie liberale Juden und eine säkulare Frau. Erst einmal hatte jede/r Zeit, das Labyrinth des Lebens für sich zu erkunden und zu schauen, welche Lebensphase, persönliche Situation oder Befindlichkeit, die im Labyrinth des Lebens – Garten angelegt sind, einen gerade besonders ansprechen.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde gabt es eine kleine Einführung zum Wochenfest Schawuot, das ursprünglich ein Fest war, an dem die Erstlingsfrüchte zum Tempel gebracht wurden. Wie man sich das vorstellen muß ist im Talmud-Traktat Bikkurim (Erstlingsfrüchte) beschrieben. Nach der Zerstörung des zweiten Tempels verschob sich der Schwerpunkt dann zu dem, was das zentrale Moment des Schawuotfestes heute ausmacht: Die Gabe der Torah an das jüdische Volk. Davon erzählten die Kapitel 19 und 20 in Schemot (2. Buch Mose / Exodus). Jede/r hatte Zeit sich den eigenen passenden Standort im Labyrinth-Garten zu suchen, um diesen Text, der laut vorgelesen wurde zu hören.

Ich hatte im Vorfeld überlegt, ob ich den Bibliolog „Reise ins Herz der Torah – als G-tt die Torah am Sinai gab“ mache, den ich letztes Jahr auf Einladung der Heilig-Kreuz-Kirche im Rahmen der Nacht der offenen Kirchen gemacht hatte. Da aber zwei Grundschulkinder angemeldet waren, habe ich mich nicht getraut bibliologisch mit einem Text aus Levitikus zu arbeiten und wollte mich lieber auf etwas sichererem Terrain bewegen.

labyrinthdeslebens.de

In der Synagoge wird an Schawuot das Buch Ruth gelesen. Am Ende des ersten Kapitels heißt es, daß Ruth und ihre Schwiegermutter Noemi am Ende der Gerstenernte nach Bethlehem kamen. Ruth, die als Moabiterin sich dem jüdischen Volk anschloß, gilt als besonderes Vorbild, weil sie sich aus freiem Willen dazu entschlossen hat, die Gebote der Torah auf sich zu nehmen. Im anschließenden Bibliolog sind wir dem ersten Kapitel vom Aufbruch aus Moab bis zur Ankunft von Ruth und Noemi in Bethlehem nachgegegangen. Schade, daß wir aus zeitlichen Gründen nicht mit dem ganzen Buch arbeiten konnten. Viele der Teilnehmenden waren letztes Jahr bei den vier Abenden zum Buch Ruth unter dem Thema „Geschichten vom Weggehen und Ankommen“ dabei gewesen, sodaß im anschließenden Austausch auch einiges von diesen Abenden anklang.

Für das gemeinsame Mittagessen waren viele leckere, vegetarische Gerichte mitgebracht worden. Nach der Mittagspause lag der Schwerpunkt auf der Pfingstgeschichte wie sie in der Apostelgeschichte überliefert wird. Fünfzig Tage sind es zwischen Ostern und Pfingsten. Das Vorbild dafür ist aus der jüdischen Tradition die 50 Tage zwischen Pessach und Schawot. Die Hinführung zum Bibliolog der Pfingstgeschichte legte denSchwerpunkt auf die Schilderung des Schawuot-Festes in Jerusalem wie es in rabbinischen Schriften erzählt wird und schlug dann die Brücke zur Situation der Jünger, die mehrere Jahre mit Jesus unterwegs gewesen sind, erlebten, wie er verraten und gekreuzigt wurde und nun in Jerusalem sind. Die Parallelen in der sprachlichen Gestaltung von Schemot 19 und 10 (Exodus Kapitel 19 / 20; 2. Buch Mose Kap 19 + 20)sind offensichtlich und machen deutlich, daß diese Erzählung die als Vorlage für die Gestaltung der Pfingsterzählung in der Apostelgeschichte diente.

Auffallend für mich war, daß die Reaktionen der meisten kirchlich Aktiven unter den Teilnehmenden auf die Pfingsterfahrung als Pilgerin befragt eher skeptisch-distanziert war. Die liberalen Juden waren eher daran interessiert, was das zu bedeuten habe und hielten es in der Schwebe. Ein freikirchlicher Teilnehmer freute sich besonders darüber, daß er jetzt (als Apostel) Latein kann.

Eine beeindruckende Verbindungslinie künstlerischer Art habe ich schon vor längerer Zeit im Gedicht „Pfingsten“ von Wilhelm Bruners, der als katholischer Priester einige Jahre in Jerusalem gelebt hat und im Bild „Pentecost“ von Sybille Tezzele-Kramer gefunden:

Pentecost / Pfingsten von Sybille Tezzele-Kramer

Pfingsten

Die Nacht war voller Musik
Tanz und Gesang
Die Tora hatten sie studiert
die alten Weisungen neu gehört
Auf dem Berg
waren sie gewesen
Die Stimme hatten sie gesehen

Jetzt taumelten sie in den Tag
noch blind von der ersten Sonne

Einige blieben
bis das Licht zum Feuer wuchs
der Wind zum Sturm
und sie ins Gebet trieb

in die Preisung
mit allem
(Wilhelm Bruners)

Zum Weiterlesen:
Einen ersten virtuellen Eindruck vom Labyrinth des Lebens kann man sich hier verschaffen.

Frage 7: Schwarzes Feuer – weißes Feuer (black fire – white fire) im Bibliolog …

… gehört zu den bliebtesten Suchbegriffen auf der Liste dieses Weblogs.

Die jüdische Tradition geht davon aus, daß die Torah vor der Schöpfung der Welt geschaffen wurde, dass sie der Bauplan – die Vorlage für die Schöpfung ist. Jochanan ben Bag Bag sagt über die Torah:

„Wende sie und wende sie, denn alles ist in ihr (enthalten), und durch sie wirst du sehen. Werde alt und grau in ihr und von ihr weiche nicht, denn es gibt für dich nichts besseres als sie“. (Pirke Awot 5:26)

In der Synagoge wird an jedem Schabbat ein Abschnitt aus der Torah gelesen. Innerhalb eines Jahreszyklus wird so die ganze Torah gelesen.

Torahlesung

Torahlesung sephardische Synagoge Tiferet Israel Berlin Foto: Hans Geldmacher

Der letzte Wochenabschnitt der Torah (Wesot Habracha) beinhaltet eine der geheimnisvollsten Formulierungen in Dewarim 33,2 (Deut 33,2): “Esch da’at” – „das feurige Gesetz“. Der Midrasch stellt dazu fest, dass dies eine Beschreibung der Torah ist: „esch schachor al gabei esch lawan“. „Die Torah ist geschrieben mit schwarzem Feuer auf weißem Feuer“ (Midrasch Tanhuma zu Genesis 1).

Esch daat

Dewarim 33:2

Die Abbildung zeigt den Vers 5. Mose 33,2 wie er in der Torahrolle steht (die beiden letzten Wörter gehören schon zu Vers 3). Die Buchstaben repräsentieren Konsonanten. Wer die Torah vorliest (genau genommen wird sie im G-ttesdienst gesungen; „geleint“ ist der Fachbegriff dafür) muß wissen, welche Konsonanten an welche Stelle gehören. Schon hier sind unterschiedliche Lesarten möglich, jedoch wurde eine Lesart verbindlich festgelegt. Wenn man bei dieser Seite auf den roten Lautsprecher vor 33:2 klickt, kann man hören, wie der Vers bei der Torahlesung klingt.

Beispiel: Bei der deutschen Konsonantenfolge l-b-n müßte je nach Zusammenhang „leben“, „laben“, „lieben“ oder „loben“ gelesen werden.

Das „schwarze Feuer“ sind die Buchstaben der Torah. Das „weiße Feuer“ sind die weißen Zwischenräume zwischen den Buchstaben und um die Buchstaben herum. Nur beides zusammen ist die GANZE Torah. Dabei kann man die Begriffe „schwarzes Feuer“ und „weißes Feuer“ auf unterschiedenen Ebenen verstehen und interpretieren.

Das „schwarze Feuer“ ist dir wörtliche Bedeutung des Textes (Peschat), das weiße Feuer steht für die Ideen, Auslegungen, Andeutungen hinter dem Text – die Botschaften „zwischen den Zeilen“, die zum Leben kommen, wenn wir mit dem Text in Beziehung treten.

Die schwarzen Buchstaben begrenzen. Zugleich sind sie begrenzt und festgelegt. Die weißen Räume dazwischen verweisen uns auf den Bereich jenseits des Intellekts – des Grenzenlosen, des sich immer Verändernden und Verwandelnden. Sie stehen auch für das Schweigen, für das noch nicht Sagbare, das Unsagbare.

Die weißen Räume zwischen und um die schwarzen Buchstaben herum nehmen zweimal so viel Raum ein wie die schwarzen Buchstaben. Das weiße Feuer bildet die Grundlage für das schwarze Feuer.

Über die Torah heißt es in Sprüche 8,22 ff:

Der Ewige schuf mich als den Anfang seines Wegs / als erstes seiner Werke von jeher / von uran bin ich eingesetzt / vom Anbeginn, der Erde Urzeit; / noch eh die Fluten, wurde ich geboren / noch eh die Quellen, Wassers schwer; / bevor die Berge wurden eingesenkt / noch vor den Höhen wurde ich geboren / noch eh ER Land und Fluren wirkte / das Erste von des Festlands Staub. / Als ER den Himmel festigte, war ich dabei / als ER den Wall zog um des Meeres Fläche / als ER die Wolken droben festigte / fest wurden da die Quellen aus der Flut.(Übersetzung von Naftali Herz Tur-Sinai)

Es gibt keine endgültige Lesart oder Auslegung der Torah, sondern immer nur die nächste.

Übrigens zeigt das Header-Bild dieses Weblogs den Ausschnitt einer künstlerischen Gestaltung, in der alle 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets miteinander verbunden sind. In der jüdischen Mystik repräsentieren sie die gesamte Schöpfung. Jeder dieser Buchstaben ist Träger einer bestimmten Energie und trägt einen Aspekt der Schöpfung in sich – sowohl in seiner Form, seinem Klang und seinem Zahlenwert.

blühende buchstaben (A. Krasnitski)

Das Bild „blühende Buchstaben“ zeigt eindrucksvoll, wie schwarzes und weißes Feuer aufeinander bezogen sind, ja sich gegenseitig bedingen. Das Eine geht nicht ohne das Andere. Sie brauchen sich gegenseitig und entfachen sich gegenseitig und bringen so immer neue Bedeutungen hervor. Analog ist auch das schwarze Feuer und das weiße Feuer beim Arbeiten mit dem Bibliolog zu verstehen.

Manchmal ist in Texten über das bibliologische Arbeiten auch von Rollen aus dem weißen Feuer die Rede. Damit sind Rollen gemeint, die nicht ausdrücklich im Bibeltext genannt sind, aber naheliegend aus dem Textzusammenhang oder dem Wissen um sozialgeschichtliche Zusammenhänge. Wenn man die Mutter von Ruth oder eine Dienerin im Haus von Simon dem Aussätzigen nach der Salbung von Bethanien befragen würde, dann wären das Rollen aus dem weißen Feuer. Sie sind dann sinnvoll, wenn sie zusätzliche Aspekte der Geschichte erschließen helfen, die über Rollen aus dem schwarzen Feuer (Personen oder Objekte, die im Text vorkommen) nicht zur Sprache kommen würden. Rollen aus dem weißen Feuer müssen bei der Rollenzuweisung an die Teilnehmenden als solche deutlich gemacht werden.

Zum Weiterlesen:
In seinem Blog Reb Jeff erzählt ein Gemeinderabbiner aus Florida über eine ganz besondere Torah-Rolle seiner Gemeinde und zeigt, was für eine große Bedeutung die Torah-Rolle im jüdischen Leben hat: Rededication of our Czech Scroll. Es geht dabei um eine Torah-Rolle, die vor der Schoah einer Gemeinde im heutigen Tschechien gehörte und die in einer besonderen mystischen Tradition geschrieben ist.

Ausstellung Lebensmuster: Öffnungszeiten erweitert

Die Öffnungszeiten der Ausstellung „Lebensmuster“ zu biblischen Frauengestalten in der Nikolai-Kirche in Berlin-Spandau wurden erweitert. Die Quilts können bis zum 25. Oktober 2011 nun zu folgenden Zeiten besichtigt werden:

Mo – Do 12.00 – 16.00 Uhr, Fr 12.00 – 18.00 h, Sa 11.00 – 15.00 Uhr, So nach dem Gottesdienst bis 16.00 Uhr.

An den beiden Montagen mit den Bibliolog-Veranstaltungen zu Sarah am 22. August sowie zu Miriam am 29. August ist die Ausstellung durchgehend von 12.00 Uhr bis 19.00 Uhr geöffnet.

Mo 22. August 19.00 h: Sarah – wider die Resignation
Mit Abraham ist Sarah aufgebrochen: Erst aus Ur in Chaldäa, später aus Haran. Viele Jahre wartet Sarah auf die Erfüllung des Versprechens Gottes, daß sie ein eigenes Kind haben wird. Inzwischen ist sie alt geworden. Drei Boten kommen zu Besuch und kündigen einen Sohn für Abraham an, einen Sohn von Sarah. Sarah hört mit und lacht. Als sie darüber zur Rede gestellt wird, bestreitet sie, gelacht zu haben… Was hat das Lachen von Sarah zu erzählen? Diesen und anderen spannenden Fragen werden wir nachgehen.

Mo 29. August: 19.00 h: Mirjam – mehr als Überleben
Ohne Miriam, seine Schwester, hätte das Baby Moses nicht überlebt. Als Moses die Israeliten aus Ägypten führt, spielt Miriam eine wichtige Rolle beim Durchzug durch das Meer. Sie führt die Frauen mit Gesang, Tanz und Pauke an. Sie ist die erste Frau, die als Prophetin bezeichnet wird und gilt als Vorbild für die weibliche prophetische Tradition. Sie kritisiert Moses wegen seiner Heirat mit einer kuschitischen Frau. Als sie und ihr Bruder Aaron die Führerschaft von Moses in Frage stellen, bekommt nur sie eine Hautkrankheit (Aussatz). Was durchlebt sie in den sieben Tagen, die sie außerhalb des Lagers verbringen muss? Danach wird nichts mehr von ihr erzählt bis zu ihrem Tod. Als sie stirbt ist das Volk von großer Trauer erfüllt. Im Unterschied zu anderen Frauengestalten der Bibel ist in den biblischen Texten nirgends von ihr als Mutter oder Ehefrau die Rede. Erst spätere rabbinische Quellen benennen Kaleb als ihren Ehemann…