Relaunch der Website von Peter und Susan Pitzele

Susan und Peter Pitzele

Susan und Peter Pitzele haben Bibliolog entwickelt und seit einiger Zeit eine gemeinsame Website, die einer gründlichen Überarbeitung und Erneuerung unterzogen worden ist. Man findet sie hier. Für deutschsprachige Leser ist wichtig, daß Bibliolog in Amerika Bibliodrama heißt. Was wir hier Bibliodrama nennen, wird in den USA als bibliotherapy bezeichnet.

Außerdem sind auch einige künstlerische Aktivitäten zu sehen. So hat Peter Pitzele ein Jahr lang zu jedem Wochenabschnitt, der in der Synagoge am Schabbat gelesen wird, eine Collage erstellt. Die Gestaltungen sind hier einzusehen. Angeregt wurde diese Arbeit durch Jo Milgroms Buch “Handmade Midrash as a Visual Theologie”, in dem sie dazu anregt, mit gerissenem Papier (torn paper midrash) zu arbeiten.

Peter Pitzele: das goldene Kalb

Ich habe mit dieser Form der kreativen Gestaltung nach dem Bibliolog gute Erfahrungen gemacht. Ein Beispiel ist hier.

Bibliolog und Bibliodrama auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart


Kirchentagslosung 2015

Auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart 2015 gibt es ein gemeinsames Bibliodrama-Bibliolog-Zentrum. Ich bin an der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums beteiligt:

Do 4. Juni 11.00 – 13.00 h

Zukunftsweisende interkulturelle Erfahrungen
Bibliodrama und Bibliolog in Europa
Impuls
Dr. Krystyna Sztuka, Psychologische Therapeutin, Czestochowa/Polen

Podium mit der Vortragenden und
Ewa Alfred, Feldenkraispädagogin und Paartherapeutin, Berlin
Dr. Claudete Beise Ulrich, Gastdozentin, Brasilien – Hamburg
Corinna Friedl, Krankenhauspfarrerin und Gestalttherapeutin, Malmö/Schweden
Hilâl Kurt, Islamische Theologin und Konflikttrainerin, Langendorf
Iris Weiss, Bildungsreferentin und Bibliologausbilderin, Berlin

Moderation: Leony Renk, Pfarrerin i.R. und Bibliodramaausbilderin, Langendorf
Musik: Henning Olschowsky, Musiker und Pfarrer, Mutzschen

Paul-Gerhardt-Kirche, Rosenbergstr. 194
Kirchentags-Stadtplan: 606 | K29

Außerdem wird es von Donnerstagnachmittag bis Samstagabend 37 Bibliolog- und Bibliodrama-Veranstaltungen geben. Mehr dazu in der Suchmaske der Programmdatenbank von http://www.kirchentag.de

ein Geschenk der Götter – oder: Was ist Rezeptionsästhetik?

Bibliolog hat drei Grundlagen: das Psychodrama, der Midrasch (Praxis jüdischer Schriftauslegung) sowie die Rezeptionsästhetik, einem Ansatz aus der Literaturwissenschaft. Die Rezeptionsästhetik geht davon aus, dass Leserinnen und Leser (Rezipentinnen und Rezipienten) beim Erzeugen eines Textsinns eine aktive Rolle spielen (mehr dazu hier). Immer wieder habe ich mich gefragt, wie ich in Bibliolog-Grundkursen möglichst anschaulich vermitteln kann, was “Rezeptionsästhetik” bedeutet. Dabei kam mir das Kino zu Hilfe, genauer gesagt der Film “ein Geschenk der Götter”. In meiner Schulzeit habe ich mich in der Oberstufe ausführlich mit den verschiedenen Fassungen des Dramas “Antigone” beschäftigt (Sophokles, Bertolt Brecht, Jean Anouilh). Deswegen sprach mich letzten Herbst eine Kinovorschau an, die eine Komödie zu diesem Thema ankündigte. Kurz der Inhalt: Eine arbeitslose Schauspielerin bekommt durch die für sie zuständige Sachbearbeiterin die Möglichkeit mit einigen Langzeitarbeitslosen einen Theaterkurs abzuhalten. Sie wählt “Antigone” aus, was erst einmal auf mäßiges Interesse bei den Beteiligten stößt. Zunehmend verknüpfen die am Theaterprojekt Beteiligten ihre Lebenssituation mit dem Theaterstück und interpretieren ihr Leben auf der Folie der Antigone. Und hier ist die Parallele zu dem, was wir im Bibliolog machen, nämlich eine Verbindung anzubieten, wie sich biblische Geschichten und Texte mit dem eigenen Leben in Verbindung bringen lassen. “Ein Geschenk der Götter” zeigt, was Rezeptionsästhetik ist und wie sie “funktioniert”. Seit 20. April 2015 ist der Film auch als DVD erhältlich.

Emmaus-Bibliolog und Strassenexerzitien

Plötzenseer Totentanz: Ostern – Emmaus

Seit September letzten Jahres begleite ich immer wieder “Exerzitien auf der Strasse”, eine Form von Exerzitien, die vor 25 Jahren in der Jesuitenkommunität in Berlin-Kreuzberg entstanden ist. Mehr dazu findet man hier.

Eine Gruppe von bis zu zehn Menschen findet sich mit vier Begleitenden (2 Frauen und 2 Männer) für zehn Tage zusammen und lebt unter einfachen Bedingungen. Jede/r verbringt den größten Teil des Tages auf der Straße in Offenheit für das, was ihm / ihr begegnet. Am Abend gibt es einen Austausch in Kleingruppen mit einer Begleiterin und einem Begleiter. Dabei geht es darum, das Erlebte zu erschließen und einzuordnen. Immer wieder bewegend ist es, wie schnell die Teilnehmenden mit dieser Form an ihre Lebensthemen kommen.

Exerzitien auf der Straße fördern durch den Prozeß der Verlangsamung die gleichen Grundhaltungen wie das bibliologische Arbeiten. Schon öfter habe ich mich gefragt, wie es wäre bei den thematischen Impulsen mit Bibliolog zu arbeiten. Zum Grundgerüst der biblischen Geschichten, die dem Prozeß der Straßenexerzitien zugrunde liegen, gehört die Begegnung von Mosche (Moses) am brennenden Dornbusch, die Aussendung der Jünger zu zweit sowie in der Endphase die Geschichte von Emmaus.

Von Palmsonntag bis zum darauffolgenden Mittwoch habe ich wieder eine Gruppe begleitet. Dieses Mal war die Gesamtgruppe mit 17 Teilnehmenden und sechs Begleitenden besonders groß. Deshalb stellte sich die Frage, wie die Erfahrungen der Einzelnen während dieser Tage am Abschlußtag zur Sprache kommen können, was bei dieser Gruppengröße und dem zeitlichen Rahmen an einem Vormittag ausschließt, daß jede/r ausführlich die eigene Erfahrung in der Großgruppe thematisiert.

Wie könnte es möglich sein, Eigenes in einem größeren Rahmen einzubringen? In der Abschlußphase der Strassenexerzitien spielt die Emmausgeschichte eine besondere Rolle. Ich schlug vor, die Emmausgeschichte in Form eines Bibliologs so zu öffnen, daß die Teilnehmenden darin ihre eigenen Erfahrungen auf der Straße in diesem Textraum finden und wenn sie mögen zum Ausruck bringen können.

In meinen Bibliolog-Grundkursen, die in der Fasten- und Passionszeit stattfinden, habe ich schon zahlreiche Bibliologe zur Emmausgeschichte erlebt. Da der zeitliche Rahmen im Bibliolog-Grundkurs für die Teilnehmenden und ihren ersten Bibliolog auf 20 bis 25 Minuten beschränkt ist, können sie mit vier Fragen arbeiten und erarbeiten diese entweder zum Grundthema “Begegnung” oder “Trauer”.

Für mich stellte sich für den Abschluß der Straßenexerzitien die Frage, wie ich die Fragen für den Bibliolog so entwickle, daß der Weg nach Emmaus mit dem Prozeßgeschehen der Straßenexerzitien parallelisiert wird und diesen spiegelt. Dabei werden andere Aspekte wichtig als wenn man die Emmausgeschichte unter den Schwerpunkten “Begegnung” oder “Trauer” thematisiert.

Für mich war es spannend, neue – also andere Fragestellungen zu erarbeiten. Durch die zahlreichen Bibliologe, die ich dazu erlebt habe, war es gar nicht so einfach, die bekannte “Schiene” Trauer oder Begegnung hinter mir zu lassen.

Da ich Bibliolog meit mit Gruppen anleite, die ich wenig oder gar nicht kenne, war es für mich eine seltene Gelegenheit und schöne Erfahrung mit Menschen bibliologisch zu arbeiten, mit denen ich mehrere Tage zusammen war.

Eine besondere Prägung und Eindringlichkeit hatte dieser Bibliolog noch durch den Raum, in dem er stattfand. Es war der Kirchenraum im evangelischen Gemeindezentrum Plötzensee mit dem Plötzenseer Totentanz von Alfred Hrdlicka, der auch eine Emmausdarstellung enthält (siehe Bild oben).

Zum Weiterlesen:
Mehr über Exerzitien auf der Straße steht hier.
Eine Einführung zum Plötzenseer Totentanz findet man hier
Die Bilder zu Plötzenseer Totentanz findet man auf der Seite des Evang. Gemeindezentrums Charlottenburg-Nord und zwar hier
Dort habe ich auch die Abbildung am Anfang dieses Beitrags entnommen.
Weitere Postings zu Bibliolog und Emmaus stehen hier.

Blogparade: Fastenzeit, die plurale Gesellschaft und ich

Wortwolke Fastenzeit via wordle.net

Am Aschermittwoch hat für Christen die Fastenzeit / Passionszeit / österliche Bußzeit begonnen. Das DURCHGEDACHT-Blog ruft deshalb zur Blogparade auf. Um folgende Fragestellungen soll es gehen:

– Was bedeutet die Fastenzeit für mich?
– Wie begehe ich selbst die Fastenzeit? Aus welcher Motivation tue ich dies?
– Ist die Fastenzeit für mich in jedem Jahr dasselbe oder setze ich immer wieder einen neuen Fokus?
– Habe ich durch die Pluralisierung der Gesellschaft bereits Veränderungen in meinem persönlichen Empfinden und Verständnis der Fastenzeit bemerkt?
– Ist die Fastenzeit auch heute in einer pluralen Gesellschaft von Relevanz? Wenn ja, in welcher Form? Wenn nicht, warum?

Wenn euch diese Fragen ansprechen und ihr euch Gedanken zum Thema „Fastenzeit in säkularer, pluraler Gesellschaft“ machen wollt, möchte ich euch sehr gerne dazu einladen, an meiner Blogparade teilzunehmen! Ihr dürft dabei auch gerne von den Fragen abweichen – die Fragen sind nicht verpflichtend, sondern sollen nur eine Hilfe zur Strukturierung sein.

Weitere Infos und Beitrag auf dem DURCHGEDACHT-Blog und zwar hier

Bibliolog-Grundkurs in Heiligenstadt: Plätze frei

Heiligenstadt, das in Thüringen liegt – im Dreiländereck Hessen-Niedersachsen-Thüringen ist für mich noch unbekanntes Terrain. Ich freue mich immer über neue Orte, an denen ein Kurs stattfindet. So bin ich schon sehr gespannt auf den Kurs in der ersten Märzwoche. Vor einigen Jahren war ich schon in der Gegend und habe auf Burg Bodenstein, einer evangelischen Einrichtung, einen Grundkurs angeboten.

Wer spontan noch Lust und Zeit hat, kann gern dazu kommen. Der Kurs findet auf jeden Fall statt, kann aber noch ein bis zwei Teilnehmende vertragen. Hier die Daten:

2. – 6. März 2015

Bibliolog-Grundkurs in Heiligenstadt
Infos und Anmeldung:
Jugend- und Erwachsenenbildungshaus
Marcel Callo
Lindenallee 21
37308 Heilbad Heiligenstadt

email: info (at) mch-heiligenstadt.de
Tel.: 03606 / 667-0
Fax: 03606 / 667-400