Einladung: Bibliolog zu Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte …

 

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Sa 22. Oktober 2016  

Samstagsfrühstück und Bibliolog:

Wir setzen das Thema Barmherzigkeit  fort mit Psalm 23, dessen letzten Vers Luther übersetzt mit:

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang …“

Im hebräischen Orginal kommt an dieser Stelle das Wort „Barmherzigkeit“
nicht vor. Hat Luther Recht oder Unrecht mit seiner Übersetzung?

Naunynstraße 60 / WG Herwartz

Das Frühstück findet jeden Samstag zwischen 9.30 und 12.30 h
statt. Man kommt und geht wie man möchte. Der Bibliolog beginnt um 14.00
Uhr.

Ein Zelt tanzt vor Freude – Bibliolog zum Jahr der Barmherzigkeit

 

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Sieger Köder: Besuch im Hain Mamre

Beim dritten Bibliolog-Treffen nach dem Samstagsfrühstück war die Runde der Teilnehmenden sehr international (vier Länder) und interreligiös besetzt (christlich – jüdisch – muslimisch).

Wir beschäftigten uns mit dem Besuch der drei Boten bei Abraham und Sarah (1 Mose 18 / Bereschit 18).  Der Midrasch erzählt von Abrahams großzügiger Gastfreundschaft: Sein Zelt sei nach allen vier Seiten offen gewesen, damit er möglichst frühzeitig ankommende Gäste sehen konnte. In Beersheva hatte er eigens einen großen Obst- und Gemüsegarten anlegen lassen. Jeder, der vorbei kam, durfte davon nehmen. Die Geschichte vom Besuch der drei Boten folgt direkt auf die Beschneidung von Abraham mit 99 Jahren und allen Männern, die mit ihm wohnten. Deshalb wird der Besuch der Boten / Engel auch als Krankenbesuch gesehen. In diesen Kontext habe ich dann die Hinführung eingebettet.

Besonders aufgefallen ist mir die bildhafte Sprache der Teilnehmerinnen aus romanischen Ländern (Frankreich und Italien). Ich hatte das Zelt (der Sarah) gefragt, wie es die Worte hört, daß Sarah in einem Jahr einen Sohn haben wird: Ich tanze vor Freude, wenn ich mir vorstelle …

Beim anschließenden Austausch wurden wir von einer Teilnehmerin auf den Zusammenhang zwischen der Gastfreundschaft und der entstehenden Fruchtbarkeit von Sarah hingewiesen.

Terminänderung: Bibliolog in Neukölln

Hephatha Kirche 2 - Kopie

Normalerweise findet das Bibliolog-Treffen in der Hephatha – Gemeinde immer am ersten Montag im Monat statt. Wegen des Nationalfeiertags am 3. Oktober wird der Termin ausnahmsweise eine Woche verschoben:

Mo 10. Oktober 16.00 h: die Prophetin Hulda (2 Könige 22)

im Kirchencafe – bitte auf Wegweiser achten

Wegbeschreibung

Hephatha Gemeinde
Fritz-Reuter-.Allee 130-136

12359 Berlin (Britz)
U Bahn Parchimer Allee (Ausgang Gielower Straße)
für Rollstuhlfahrer: U Bahn Britz -Süd – (rechts aus dem Bahnhof herausfahren / dann rechts in die Fritz – Reuter – Allee fahren / immer gradeaus (am Zebrastreifen die Straßenseite wechseln ( bis zur Nr.130 /136 fahren)

Bibliolog meets Enneagramm

enneagramDas Enneagram ist als Persönlichkeitsmodell (Neun Gesichter der Seele) in den letzten dreißig Jahren im deutschsprachigen Raum populär geworden. Ein Enneagramm-Seminarleiter hat mir letzte Woche erzählt, daß er bei seinen Enneagramm-Workshops gerne auch mit Bibliolog arbeitet. Seine Lieblingsgeschichte in diesen Seminaren ist die von der Heilung der zehn Aussätzigen (Lukas 17,11 ff).

Er bittet die Teilnehmenden sich nach den Persönlichkeitstypen, denen sie sich zuordnen in Gruppen zusammenzusetzen. Dann befragt er sie als Geheilten, der weggeht, sich den Priestern zeigt und nicht zu Jesus zurückkehrt, was ihn dazu bewegt, so zu handeln. Danach werden die Teilnehmenden als der eine Geheilte befragt, der zu Jesus zurückkehrt. Eine schöne Form, diese beiden Zugänge miteinander zu verbinden.

 

Bibliolog zum Jahr der Barmherzigkeit …

cropped-header-weblog-3.jpgGestern haben wir uns zum zweiten Mal zur monatlichen Bibliolog-Runde nach dem Samstagsfrühstück getroffen. In unserem Wohngemeinschaftswohnzimmer wurde es eng.

Beim ersten Treffen im Juli sind wir der Frage nachgegangen: „Wer ist mein Nächster?“ und zwar anhand der Parabel vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25 ff). Wir haben uns damit beschäftigt, was Barmherzigkeit in verschiedenen religiösen Traditionen bedeutet. Bis November begeht die katholische Kirche das Jahr der Barmherzigkeit, was mir als Anregung für die Auswahl des Textes diente.

Die christliche Tradition kennt sieben Werke der Barmherzigkeit:

  • Hungrige speisen
  • Durstige tränken
  • Fremde beherbergen
  • Nackte bekleiden
  • Kranke besuchen
  • Gefangene besuchen
  • Tote bestatten

Die ersten sechs Werke finden sich in der Endzeitrede im Evangelium nach Mätthäus (Kapitel 25). Der Kirchenvater Lactantius (verstorben um 250) hat das siebte Werk (Tote bestatten) hinzugefügt und sich dabei auf das Buch Tobit bezogen, das im nicht zum jüdischen Kanon gehört.

In einem anderen Werk (Epitome divinarum institutionum) benennt dieser Kirchenvater jedoch neun Werke der Barmherzigkeit:

  • Hungernde speisen
  • Nackte kleiden
  • Unterdrückte befreien
  • Fremde und Obdachlose beherbergen
  • Waisen verteidigen
  • Witwen schützen
  • Gefangene vom Feind loskaufen
  • Kranke und Arme besuchen
  • Tote bestatten

    Katholische Internetseiten betonen, daß diese Aufzählung nicht aus einer Bibelstelle herzuleiten ist. Mein Kommentar: Sie stammt aus der rabbinischen Tradition des Judentums. Es gibt nach jüdischem Verständnis Gebote, die einen so hohen Stellenwert haben, daß – wenn man sie ausführt – der Lohn nicht erst in der kommenden Welt eintritt, sondern schon in dieser Welt zuteil wird. Im Morgengebet, wie es jeder orthodoxe Jude täglich betet, werden genau diese neun Mizwot (Gebote) in diesem Zusammenhang benannt.

    Vorgestern habe ich dann eine Geschichte zum Thema Barmherzigkeit ausgewählt, die normalerweise eher im Kontext von Wundergeschichten thematisiert wird, nämlich die Begegnung vom Propheten Elischa und einer Witwe (2 Könige 4). Die beiden Söhne der Witwe sollen in Schuldknechtschaft verkauft werden. Die Witwe hat noch einen kleinen Krug mit Öl. Der Prophet weist sie an, bei den Nachbarn Gefäße auszuleihen, was sie tut. Diese Gefäße werden mit Öl gefüllt, das sie verkaufen kann und damit die Schulden bezahlen kann.

    Im anschließenden Gespräch haben wir unterschiedliche Aspekte vertieft. Dabei fühlte sich ein Teilnehmer auch an die Exerzitien auf der Straße erinnert, bei denen das Hören im Mittelpunkt steht und oft ein Impuls, der ungewohnt ist, der quer liegt, zu etwas führt, was man überhaupt nicht im Blickfeld hatte und so neue Perspektiven eröffnet ähnlich wie bei der Witwe, die sich auf die Anweisung des Elischa einläßt und Gefäße ausleiht.

    Zum Weiterlesen:
    Bibliolog – aus Liebe zur Schrift (eigener Artikel auf dem Bibliolog-Weblog)

Kollege Kamel: Bibliolog mit geistig behinderten Menschen

4E6A8295Zwei Jahre habe ich gelegentlich eine Wohngruppe geistig behinderter Erwachsener besucht und dabei auch die Gelegenheit gehabt Bibliolog anzuleiten. Der Grad der Behinderung und die Sprachfähigkeit war sehr unterschiedlich. Da ich nur gelegentlich da war, half es mir sehr, daß immer eine Mitarbeiterin dabei war, die dann, wenn ich die sprachlichen Äußerungen nicht verstanden habe, dolmetschen konnte.

Ganz wichtig war ein flauschiges Steiftierkamel, das ich vor einigen Jahren im Basar von Istanbul gekauft hatte. Das Kamel liebten die Teilnehmenden sehr. „Wie heißt der?“ war eine der ersten Fragen, die mich in Verlegenheit brachte. „Gimel“ sagte ich spontan, weil mir nichts besseres einfiel – der dritte Buchstabe im hebräischen Alpabeth. Gimel wurde sehr geliebt und mußte immer eine ausführliche Begrüßungsrunde machen. Da Gimel als Kamel ein Tier aus der Bibel war, war klar, daß er bei allen biblischen Geschichten dabei war und sie miterlebt hat. Alles wurde aus seiner Perspektive erzählt: Egal ob Gimel hinter Abrahams Zelt graste oder mit den Weisen aus dem Osten auf dem Weg nach Jerusalem war oder gerade in Jericho genau von dem Baum Blätter naschte, in dem Zachäus saß als Jesus vorbei kam.. Wer dann auf eine Frage antworten wollte, durfte Gimel nehmen. So war auch immer klar, wer gerade dran war. Am Schluß mußte Gimel eine ausführliche Abschlußrunde drehen und versprechen bald wiederzukommen.

Bibliolog zu Fronleichnam

10 Tage nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Fronleichnamsfest. Wer in einer katholisch geprägten Gegend lebt, kennt wahrscheinlich die Fronleichnamsprozessionen. Die Bibel-teilen-Gruppe der Canisiuskirche hat mich am Vorabend zu Fronleichnam zu einem Bibliolog eingeladen.
Wir werden einen Bibliolog zum Evangelium des Tages, der Speisung der Fünftausend machen und diesen Text zum vorgegebenen Text aus dem ersten Testament in Verbindung bringen, nämlich Genesis 14,18-20 dem Segen Melchisedeks an Abraham.
Diese Bezugnahme hat eine antijudaistische Auslegungstradition, der wir uns widmen werden.
Die Bibel-teilen-Gruppe ist eine offene Gruppe. Wer Interesse hat, kann auch gerne einmalig zu diesem Treffen dazukommen.
Mittwoch 25. Mai um 19.45 beginnt der Bibliolog – also direkt nach der Abendmesse (Beginn 19.00 h). Der Bibliolog findet im Kinderraum statt. Der Zugang ist vom Kirchenraum aus – direkt hinter der Orgel.
 Die Canisiuskirche befindet sich in der Witzlebenstraße 30
(U 7 Sophie Charlotte Platz)