Karwoche und Ostern im Bibliolog

Aus den Anfragen, die über Suchmaschinen kommen, wird deutlich, daß gerade die Vorbereitung der Gottesdienste in der Karwoche und für Ostern dran ist. Deshalb kommen die Suchbegriffe Salbung von Bethanien, Einzug in Jerusalem, Palmsonntag, Abendmahl, Tischabendmahl, Fußwaschung, Verrat des Judas, Verleugnung des Petrus, Abschiedsreden im Johannesevangelium, Emmaus in Zusammenhang mit „Bibliolog“ und „Entwurf“ oder „Vorlage“. Vor längerer Zeit habe ich bereits beschrieben, warum es im Internet keine tauglichen Vorlagen bzw. Entwürfe für Bibliologe oder „fertige Bibliologe“ gibt und zwar hier.

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Frage 21: Bibliolog im Kindergarten

Bei den Suchbegriffen fand sich diesen Monat „Bibliolog im Kindergarten„. Ich habe immer wieder Erzählungen davon gehört, jedoch selber keine Erfahrungen damit gemacht. Es ging dabei um die spezielle Situation, daß eine Pfarrperson einmal wöchentlich in den Kindergarten der eigenen Kirchengemeinde geht und dort mit den Kindern religions-pädagogisch arbeitet.

Auf intensives Nachfragen stellt sich dann heraus, daß es sich nicht um eine klassische Kindergartensituation (altersgemischte Gruppe von 3 – 6jährigen Kindern) gehandelt hat, sondern daß es eine Vorschulgruppe kurz vor dem Schuleintritt war und zwei Erwachsene dabei waren, wovon eine/r „disziplinarisch“ dafür sorgte, daß überhaupt etwas Bibliologähnliches stattfinden konnte. Da man im Kindergarten nicht an die 45-Minuten-Takte von Schulstunden gebunden ist und viel Freispielzeit hat, will mir auch nicht einleuchten, was der „Mehrwert“ eines Bibliologs in diesem Setting im Vergleich zu Rollenspielformen sind, die bei Kindergartenkindern im allgemeinen sehr beliebt sind. Bibliolog im Kindergarten scheint mir eher unrealistisch, denn die hierfür erforderlichen Fähigkeiten dürften nur einzelne Kinder im Kindergartenalter haben.

Um an einem Bibliolog teilzunehmen sind einige Grundfähigkeiten nötig, die Kinder meist in der ersten Hälfte des zweiten Schuljahres gut beherrschen, wie etwa sich melden, wenn man etwas sagen möchte oder abwarten können bis man mit dem Sprechen dran ist. Meist ist das während des ersten Halbjahres der zweiten Klasse der Fall. Trotzdem kann es von Schülergruppe zu Schülergruppe bzw. Kindergruppe zu Kindergruppe große Unterschiede geben. Günstig ist es, wenn Kinder Rituale kennen, weil Bibliolog ein in sich abgeschlossenes Ritual ist.

Mit einer Trainerkollegin habe ich einen Bibliolog in der zweiten Grundschulklasse einer katholischen Schule gemacht. Für alle Kinder war es die erste Erfahrung, die sie mit Bibliolog gemacht haben. Wir waren für sie Besuch, also keine regulären Lehrpersonen. Die normale Sitzordnung in der Klasse war in Tischgruppen mit einer freien Fläche in der Mitte des Klassenzimmers. Für den Bibliolog wollten wir lieber einen Stuhlkreis haben. Allein in der Art, wie die Klassenlehrerin das Aufstellen des Stuhlkreises angeleitet hat und welche Ruhe darin blieb, machte uns deutlich, daß die Kinder mit Ritualen vertraut sind. Wir waren sehr überrascht, daß wir 1 1/4 Stunden am Stück mit den Kindern bibliologisch arbeiten konnten. Eigentlich wollten wir zwei kürzere bibliologische Sequenzen mit einer kreativen Phase dazwischen machen. Da die Kinder so begeistert und intensiv dabei waren, haben wir sogar noch die Geschichte (Jona) mit einem nicht-narrativen Text kombiniert.

Wenn Bibliolog im Familiengottesdienst angeboten wird, hören kleinere Kinder (jünger als Grundschulalter) gern zu und äußern sich auch gelegentlich – jedoch eher selten.

Wer in diesem Bereich Erfahrungen gemacht hat, ist herzlich eingeladen, diese in den Kommentaren zu teilen.

Bibliolog in Neukölln ab 2019 wieder in der Apfelsinenkirche

Nachdem Pfarrerin Ingrid Schröter von der Hephatha-Gemeinde im November in den Ruhestand verabschiedet worden ist, kehrt das monatliche Bibliolog-Angebot in Neukölln wieder an seinen Ursprungsort, nämlich die „Apfelsinenkirche“ (Gemeindezentrum Gropiusstadt Süd) zurück. Der erste Montag im Monat bleibt, die Anfangszeit ändert sich, nämlich eine Stunde früher um 15.00 Uhr. Die nächsten Treffen werden unter dem Thema „Wüstenwege“ stehen.

Mo 4. Febr. 15.00 h: Abraham und Lot trennen sich
Mo 3. März 15.00 h: Lot verlässt mit seiner Familie Sodom
Mo 1. April 15.00 h: Abraham und Sara bei König Abimelech (Gen. 20,1-18)

(Die nächsten Themen und Termine werden hier eingestellt)

Evangelisches Gemeindezentrum Gropiusstadt-Süd (Apfelsinenkirche)
Joachim-Gottschalk-Weg 41
12353 Berlin

Wegbeschreibung: U Bahnhof Wutzkyallee (Linie U 7) Dem Weg zwischen Exner-Pflegeeinrichtung (links) und Wutzky- Einkaufscenter (rechts) folgen, bis auf der rechten Seite ein oranges Haus aufleuchtet. Die Kirche ist in der Bevölkerung unter dem Begriff „Apfelsinenkirche“ bekannt.

Bibliolog: Tochter Zion freue dich …

Im pastoralen Raum Berlin-Mitte gibt es einen lebendigen Adventskalender.
Außerdem kommt Markus aus Köln zu uns in die WG zu Besuch. Das gab den Anstoß zu einer Premiere:
Bibliog mit einem Adventslied, genauer gesagt mit dem Text, der dahinter steht – aus dem Buch des Propheten Sacharia.
Das Buch des Propheten Sacharja kennen Sie / kennst Du nicht?
Oder doch, wenigstens diesen einen Vers:
Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem!
Sieh, dein König kommt zu dir. Er ist gerecht und hilft;
er ist demütig und reitet auf einem Esel, auf einem Fohlen, dem Jungen einer Eselin.“ (Sach 9,9)
Wir laden ein zum Bibliolog über diese Stelle, aus der eines der bekanntesten Adventslieder entstand, dazu Adventslieder mit Trompete.
Es gibt noch eine weitere Überraschung. Die Melodie des Liedes ist von Georg Friedrich Händel aus seinem Werk „Judas Makkabäus“,also ursprünglich ein Chanukka-Lied, und am Montag ist der siebte Tag des Chanukka-Festes. Mal schauen, wie wir das alles auf die Reihe kriegen. Laßt Euch überraschen.
Der Ort des Geschehens ist in Kreuzberg:
Gemeindesaal St. Michael
Waldemarstr 8 – 10 (Eingang Dresdner Straße 28)
U 8 Moritzplatz oder Kottbuser Tor
Wir beginnen um 19.00 h
Je nach dem, was Sie feiern / Ihr feiert, wünsche ich Ihnen / Euch erst einmal einen
lichtvollen 3. Advent / ein fröhliches Chanukka

Bibliolog in Neukölln 2017 / 2018


Hephatha Kirche 2 - Kopie
Das Bibliolog-Treffen in der Hephatha – Gemeinde findet immer am ersten Montag im Monat statt und beginnt um 16.00 Uhr. Es ist offen für alle Interessierten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Mo 6. Nov 16.00 h: David und Jonathan – eine Männerfreundschaft

im Kirchencafe – bitte auf Wegweiser achten

Wegbeschreibung

Hephatha Gemeinde
Fritz-Reuter-.Allee 130-136

12359 Berlin (Britz)
U Bahn Parchimer Allee (Ausgang Gielower Straße)
für Rollstuhlfahrer: U Bahn Britz -Süd – (rechts aus dem Bahnhof herausfahren / dann rechts in die Fritz – Reuter – Allee fahren / immer gradeaus (am Zebrastreifen die Straßenseite wechseln ( bis zur Nr.130 /136 fahren)

Einladung: Bibliolog zu Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte …

 

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Sa 22. Oktober 2016  

Samstagsfrühstück und Bibliolog:

Wir setzen das Thema Barmherzigkeit  fort mit Psalm 23, dessen letzten Vers Luther übersetzt mit:

„Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang …“

Im hebräischen Orginal kommt an dieser Stelle das Wort „Barmherzigkeit“
nicht vor. Hat Luther Recht oder Unrecht mit seiner Übersetzung?

Naunynstraße 60 / WG Herwartz

Das Frühstück findet jeden Samstag zwischen 9.30 und 12.30 h
statt. Man kommt und geht wie man möchte. Der Bibliolog beginnt um 14.00
Uhr.

Ein Zelt tanzt vor Freude – Bibliolog zum Jahr der Barmherzigkeit

 

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Sieger Köder: Besuch im Hain Mamre

Beim dritten Bibliolog-Treffen nach dem Samstagsfrühstück war die Runde der Teilnehmenden sehr international (vier Länder) und interreligiös besetzt (christlich – jüdisch – muslimisch).

Wir beschäftigten uns mit dem Besuch der drei Boten bei Abraham und Sarah (1 Mose 18 / Bereschit 18).  Der Midrasch erzählt von Abrahams großzügiger Gastfreundschaft: Sein Zelt sei nach allen vier Seiten offen gewesen, damit er möglichst frühzeitig ankommende Gäste sehen konnte. In Beersheva hatte er eigens einen großen Obst- und Gemüsegarten anlegen lassen. Jeder, der vorbei kam, durfte davon nehmen. Die Geschichte vom Besuch der drei Boten folgt direkt auf die Beschneidung von Abraham mit 99 Jahren und allen Männern, die mit ihm wohnten. Deshalb wird der Besuch der Boten / Engel auch als Krankenbesuch gesehen. In diesen Kontext habe ich dann die Hinführung eingebettet.

Besonders aufgefallen ist mir die bildhafte Sprache der Teilnehmerinnen aus romanischen Ländern (Frankreich und Italien). Ich hatte das Zelt (der Sarah) gefragt, wie es die Worte hört, daß Sarah in einem Jahr einen Sohn haben wird: Ich tanze vor Freude, wenn ich mir vorstelle …

Beim anschließenden Austausch wurden wir von einer Teilnehmerin auf den Zusammenhang zwischen der Gastfreundschaft und der entstehenden Fruchtbarkeit von Sarah hingewiesen.