Bibliolog und Bibliodrama auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart


Kirchentagslosung 2015

Auf dem evangelischen Kirchentag in Stuttgart 2015 gibt es ein gemeinsames Bibliodrama-Bibliolog-Zentrum. Ich bin an der Eröffnungsveranstaltung des Zentrums beteiligt:

Do 4. Juni 11.00 – 13.00 h

Zukunftsweisende interkulturelle Erfahrungen
Bibliodrama und Bibliolog in Europa
Impuls
Dr. Krystyna Sztuka, Psychologische Therapeutin, Czestochowa/Polen

Podium mit der Vortragenden und
Ewa Alfred, Feldenkraispädagogin und Paartherapeutin, Berlin
Dr. Claudete Beise Ulrich, Gastdozentin, Brasilien – Hamburg
Corinna Friedl, Krankenhauspfarrerin und Gestalttherapeutin, Malmö/Schweden
Hilâl Kurt, Islamische Theologin und Konflikttrainerin, Langendorf
Iris Weiss, Bildungsreferentin und Bibliologausbilderin, Berlin

Moderation: Leony Renk, Pfarrerin i.R. und Bibliodramaausbilderin, Langendorf
Musik: Henning Olschowsky, Musiker und Pfarrer, Mutzschen

Paul-Gerhardt-Kirche, Rosenbergstr. 194
Kirchentags-Stadtplan: 606 | K29

Außerdem wird es von Donnerstagnachmittag bis Samstagabend 37 Bibliolog- und Bibliodrama-Veranstaltungen geben. Mehr dazu in der Suchmaske der Programmdatenbank von http://www.kirchentag.de

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3. interreligiöser Bibliolog-Grundkurs 25. – 29. August 2014

Der nächste interreligiöse Bibliolog-Grundkurs im Sprengelhaus in Berlin wird von 25. bis 29. August 2014 stattfinden. Wer lernen mag, selber Bibliolog anzuleiten, kann sich noch bis 14. August 2014 anmelden. Für weitere Infos, Nachfragen oder Anmeldungen bitte unter bibliologberlin (at) googlemail.com melden.

interreligiöse Bibliolog-Werkstatt 2014: Essen und Trinken in Heiligen Schriften

In kleiner Runde – vermutlich durch das winterliche Wetter bedingt – trafen wir uns gestern zur ersten interreligiösen Bibliolog-Werkstatt 2014 machten wir eine Zeitreise über 2600 Jahre zurück ins babylonische Exil, trafen Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen und erkundeten, welche Bedeutung Psalm 104 für sie gehabt haben könnte. Die nächste Station unserer Zeitreise war bei Rabbi Meir und seiner Frau Beruriah, die im zweiten Jahrhundert unserer Zeit unter römischer Besatzung lebten. Von ihnen wird folgende Geschichte erzählt:

In der Nachbarschaft von Rabbi Meir und Brurja gab es sittenlose Gesellen, über die sich Meir sehr ärgerte. Deshalb betete er darum, dass Gott diese bösen Nachbarn verflucht und sterben lässt. Er denkt dabei an einen Psalmvers, in dem es heißt, dass die Frevler von der Erde verschwinden sollen (Psalm 104 Vers 35) Brurja aber sagt zu ihm: “Bete nicht, dass sie sterben, bete nicht gegen sie, sondern bete für sie, bete darum, dass sie sich bekehren. Denn so ist es gemeint, wenn der Psalm sagt: Die Frevler sollen verschwinden von der Erde.” Da betete Meir für sie und sie kehrten in Reue um. (nach Berachot 10a)

© Werner Bühler / 54516 Wittlich

© Werner Bühler / 54516 Wittlich

Anschließend besprachen wir noch, was ein Rahmenthema für die Bibliolog-Werkstatt in diesem Jahr sein könnte. „Psalmen“ war ein Votum, „aber nicht immer“ ein anderes. „Essen und Trinken in der Heiligen Schriften“ wurde genannt. So verbinden wir beides beim nächsten Treffen:

Mi 26. Februar 19.30 h: Vom gefüllten Becher und dem gedeckten Tisch im Angesicht der Feinde (Psalm 23)

26. März 19.30 h: Zu Gast bei Abraham und Sarah: Was Torah, Midrasch, Neues Testament und Koran erzählen (Bereschit / Genesis 18 / Hebräer 11 / Sure 11 + 51)
Mi 23. April 19.30 h: Geschwisterneid – Geschwisterstreit: Jakob und Esau
Mi 21. Mai 19.30 h: Elia wird versorgt von Raben und von der Witwe von Zarpat
Mi 25. Juni 19.30 h: „Ich muß heute in deinem Haus zu Gast sein“ -Jesus zu Gast beim Zolleintreiber Zachäus (Lukas 17)
Sommerpause
25. – 29. August: interreligiöser Bibliolog-Grundkurs im Sprengelhaus

Mi 17. September 19.30 h: Vom Hunger im Exil (Jesaja 55)
29. Oktober: Thema noch offen
Mi 19. November 19.30 h: Hungersnot, Flucht und Heimkehr: Noemi und ihre Schwiegertöchter
Mi 17. Dezember 19.30 h: Ein Ölwunder und das jüdische Lichterfest Chanukka

interkulturelles Stadtteilzentrum Sprengelhaus
Sprengelstrasse 15
13353 Berlin (Wedding);
Kostenbeitrag für Raumnutzung nach Selbsteinschätzung erbeten

Frage 19: Warum machen Sie eigentlich nur Bibliolog

Fragezeichengruppe 2… im jüdischen, säkularen und interreligiösen Bereich. So oder ähnlich werde ich immer wieder gefragt und staune darüber, wie es zu diesem Mißverständnis kommt. Sicher – ich habe einen Buchbeitrag zu diesem Thema im Bibliolog-Buch von Uta Pohl-Patalong geschrieben. Aber da gibt es auch einen Beitrag über „Bibliolog im Kindergottesdienst“ oder „Bibliolog und Exerzitien“. Niemand würde deshalb davon ausgehen, daß die Autorinnen Bibliolog „nur“ im Kindergottesdienst oder nur im Rahmen von Exerzitien anleiten. Genauso ist es bei mir.

Ich habe besonders viele Erfahrungen mit jüdischen, interreligiösen und säkularen Kontexten und finde gerade Bibliolog mit Menschen, die nicht vorgeprägt sind (egal ob man sie säkular, religionslos oder wie auch immer nennt) besonders reizvoll. Im interreligiösen und interkulturellen Bereich ist Bibliolog deshalb aus meiner Sicht besonders reizvoll, weil er ein Instrumentarium anbietet, Unterschiede wahrzunehmen, sichtbar zu machen und zu benennen.

Viele Arbeitsfelder bibliologischen Arbeitens habe ich schon kennengelernt und bekomme immer wieder die Möglichkeit, Bibliolog in für mich neuen Kontexten auszuprobieren und Neues zu entwickeln. Ich freue mich immer wieder, wenn ich in einem anderen Bereich eingeladen werde und ausprobieren kann, wie Bibliolog in der jeweiligen Situation zum Einsatz kommen kann, egal ob das in einem evangelischen Gottesdienst zum Karneval der Kulturen, an einem Fortbildungswochenende für katholische Gottesdienstbeauftragte, einer jüdischen Konferenz, dem evangelischen Kirchentag, einem freikirchlichen Kindergottesdienst, im Museum, im Hospiz, bei einer Vorbereitungsgruppe für den Weltgebetstag der Frauen, dem Gemeinschaftstag einer evangelischen Ordensgemeinschaft, einer katholischen Grundschule, mit dementiell veränderten oder geistig behinderten Menschen, mit jüdischen Emigranten aus der ehemaligen Sowjetunion, bei der langen Nacht der Religonen, dem Spielmarkt in Potsdam, dem lebendigen Adventskalender im Sprengelkiez, die Rüstzeit für die hauptamtlichen Mitarbeiter eines evangelischen Kirchenkreises, mit alt gewordenen jüdische Menschen, die als Kinder im Versteck überlebt haben (child survivors)… All diese und viele andere Erfahrungen haben mir gezeigt, wie vielfältig Bibliolog einsetzbar ist. Ich denke, daß das Potential von Bibliolog noch lange nicht ausgereizt ist.

Besuch vom Deutschlandradio Kultur

Signet Deutschlandradio Vorgestern hatten wir bei der interreligiösen Bibliolog-Werkstatt Besuch von Deutschlandradio Kultur. Thomas Klatt, der vor einiger Zeit eine sehr informative Sendung über Bibliodrama gemacht hat, war gekommen.

Ich war sehr gespannt, wie sich das Mikrofon und die Aufnahmetechnik auf den Prozeß des bibliologischen Arbeitens auswirken würde. Die Technik wurde so diskret gehandhabt, daß sie für mich während des Bibliologs in den Hintergrund trat. Das Nachgespräch wurde nicht aufgenommen, denn dort werden oft sehr persönliche Gedanken und Einsichten formuliert und miteinander geteilt. Zum Abschluß gab es kurze Statements von Teilnehmenden, warum sie an der interreligiösen Bibliolog-Werkstatt teilnehmen und was das Besondere für sie daran ist.

Der Text für unser gemeinsames Arbeiten war das erste Kapitel aus dem Buch Ruth, der sich an diesem Abend in dieser Gruppe als Text über den Prozeß des Trauerns der drei Frauen und wie unterschiedlich sie mit dieser Trauer umgehen, entfaltete.

Die Erstausstrahlung ist für Freitag 14. Juni um 18.07 im Rahmen der Sendung „jüdisches Leben“ geplant, kann aber aus aktuellen Gründen verschoben werden.

interreligiöse Bibliolog-Werkstatt Januar bis März 2013

Auch die nächsten Treffen der interreligiösen Bibliolog-Werkstatt 2013 stehen unter dem Thema Feuer und Feuerstellen in der Bibel und finden an folgenden Terminen statt:

Feuer

Mi 30. Januar 19.30 h
Die drei Jünglinge im Feuerofen (Daniel 3)

Mi 27. Februar 19.30 h:
Wir gingen durch Feuer und Wasser (Psalm 66,12)

Mi 20. März 19.30 h:
Vom trägen Herzen zum brennenden Herzen: Auf dem Weg nach Emmaus (Lukas 24)

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber auch nicht hinderlich; Unkostenbeitrag für Raumnutzung nach Selbsteinschätzung

Ort: interkulturelles Stadtteilzentrum Sprengelhaus, Sprengelhaus 15, 13353 Berlin-Wedding (U 9 Amrumer Straße; U 6 Leopoldplatz)

Veranstaltungshinweis: Berliner Dialog der Religionen

„Religiöse Geschichten aus 775 Jahren Berlin“

Am Dienstag, den 30. Oktober 2012 um 19:00 Uhr
Im Louise-Schröder-Saal des Berliner Rathauses.

Für Religionen spielen Erzählungen eine wichtige Rolle, denn sie prägen das religiöse Leben und Empfinden der Gläubigen. In den vergangenen 775 Jahren Berlin haben Religionen die Stadt geprägt. Und Stadt hat die Religionen geprägt. Geschichten dieser wechselseitigen Begegnung möchten wir uns an diesem Abend widmen: alten und neuen, ernsten und lustigen, kuriosen und alltäglichen. Eingeladen, solche Geschichten zu erzählen, sind:

Pastor Peter Jörgensen, Baptistenpastor im Wedding
Iman Reimann, Vorsitzende des Deutschsprachigen Muslimkreises
David Ruetz, Präsident der Landeskirche Berlin/ Brandenburg der Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage im preußischen Berlin
Dr. Hermann Simon, Direktor des Centrum Judaicum
Dr. Rupert Graf Strachwitz, Direktor des Maecenata Instituts

Anschließend möchten wir mit Ihnen über diese Geschichten ins Gespräch kommen. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!
Die Veranstaltung findet statt im Rahmen der „Tage des Interkulturellen Dialogs“ und des „Berliner Dialogs der Religionen“.